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Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski. © dpa
27.10.2012

Karlsruher SC schlägt auch Tabellenführer Münster

Ist beim Karlsruher SC endlich der Knoten geplatzt? Mit dem verdienten 2:1-Sieg gegen den Tabellenführer Preußen Münster holten die Badener am Samstag den zweiten "Dreier" in Folge. Der Siegtreffer gelang hierbei sogar in Unterzahl – und fiel nach einem mittlerweile bewährten Schema.

Bildergalerie: KSC sichert sich 2:1-Sieg gegen Preußen Münster

Markus Kauczinski schenkte derselben Formation sein Vertrauen, die am Mittwoch zu einem überzeugenden Auswärtssieg gegen die Stuttgarter Kickers kam. Auch Torjäger Koen van der Biezen wurde nach einer Risswunde an der Ferse rechtzeitig fit, sodass einem Einsatz gegen den Tabellenführer aus Münster nichts im Wege stand.

Im Karlsruher Schneeregen dauerte es eine Viertelstunde, bis sich die Gastgeber die erste Großchance erspielen konnten – diese führte dann auch sofort zum ersten Tor. Calhanoglu behauptete den Ball vor dem Strafraum und spielte in den Lauf des aufgerückten Rechtsverteidigers Klingmann. Der fackelte nicht lange, spielte den Ball sofort scharf in den Strafraum: Rouwen Hennings reagierte dort am schnellsten und erzielte das 1:0. Ein sehenswerter Spielzug und endlich mal wieder eine frühe Führung für die Badener.

Wie schon vor dem Treffer konnten sich die Münsteraner in der Folge zwar leichte Vorteile erspielen, doch blieb bei schwierigen Platzverhältnissen vieles Stückwerk. Viele kleinere Fouls und ungenaue Zuspiele verhinderten weitere Großchancen bis zur Halbzeitpause. Der KSC beschränkte sich zudem weitgehend darauf, die Führung zu verteidigen. So pfiff FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych pünktlich zum Halbzeitstand von 1:0 ab.

Der KSC kam deutlich couragierter aus der Pause – fing sich nach vier Spielen ohne Gegentor aber den Ausgleichstreffer. Jan Mauersberger verschätzte sich bei einem langen Ball, das Spielgerät wird zu Matthew Taylor weitergeleitet und der trifft mit seinem zehnten Saisontor eiskalt zum Ausgleich.

Das Spiel wurde nun deutlich lebhafter. Nochmals Taylor sowie auf der Gegenseite zweimal Hennings verpassten es jedoch, ihr Team mit einem möglichen zweiten Treffer in Führung zu bringen. Während er weiterhin auf die Führung drängte, dezimierte sich der KSC in Minute 73 selbst. Gordon mit äußerst ungeschicktem Zweikampfverhalten, um einen Konter der Preußen zu stoppen – Brych entscheidet sich für den Platzverweis. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Doch gibt es da beim Karlsruher SC für solche Notlagen ja immer noch einen Hakan Calhanoglu: Einen Freistoß zentral nahezu auf der Strafraumkante nagelt der Youngster aufs Tor – Patrick Kirsch fälscht den Ball unhaltbar für Keeper Daniel Masuch ins Tor ab: 2:1 in der 78. Minte. Bereits das vierte Freistoßtor des Türken in dieser Saison.

Nur wenig später hätte der eingewechselte Timo Kern den Sack bereits zu machen können. Völlig frei stehend setzte er den Ball im Strafraum jedoch neben das Tor. Der KSC verteidigte in Unterzahl vor knapp über 9200 Zuschauern nun mit Mann und Maus die Führung.

So gelang der erste Karlsruher Sieg gegen ein Spitzenteam vor allem über den Kampf – gegen widrige äußere Bedingungen, gegen einen Gegner, der sein Potenzial allerdings nur andeutete und das alles in zwanzigminütiger Unterzahl. Am Mittwoch im DFB-Pokal daheim gegen den MSV Duisburg wird sich nun zeigen, ob der Karlsruher Aufschwung endlich einmal von Dauer sein kann.