Karlsruher SC überzeugt beim 2:0 gegen Duisburg zumindest defensiv

Die runderneuerte Mannschaft des Karlsruher SC befindet sich zweifelsohne auf dem aufsteigenden Ast. Mit zwei Siegen in Folge wurden die Folgen des verpatzten Zweitliga-Starts erheblich abgemildert. Doch zum Träumen ist es nach dem 2:0 (0:0) gegen den MSV Duisburg noch zu früh. Dieser Gegner war einfach zu schwach, um aus dem Ergebnis Rückschlüsse auf das wirkliche Leistungsvermögen der Badener zu ziehen.

Das weiß auch KSC-Trainer Markus Kauczinski. Einen „Arbeitssieg“ nannte er das schmucklose 2:0 treffend. Und: „Das hat mit dem, was wir letzte Saison gespielt haben, noch nichts zu tun.“ Die Gründe dafür sind bekannt. Drei Stammspieler weg, andere verletzt oder nicht in Form. Nach dem Frust der verlorenen Relegation war die Sommerpause sehr kurz, die ersten Spiele gingen verloren. „Da hilft jeder Sieg“, sagt Kauczinski.

Spürbare Verunsicherung

Das, was beide Teams aber über weite Strecken der ersten Halbzeit boten, hatte wenig mit Zweitliga-Fußball zu tun. Duisburg verteidigte zwar eifrig und vielbeinig, im Spiel nach vorne war aber die ganze Verunsicherung des Aufsteigers nach nur einem Punkt aus drei Spielen zu spüren. Aber auch der KSC war von Verunsicherung nicht frei. „Wir haben zuletzt Tore kassiert, die wir so lange nicht bekommen haben“, analysierte Kauczinski. Also war an diesem Tag die Verteidigung erste Karlsruher Fußballerpflicht. Und das machten die Gastgeber sehr ordentlich. „Das zu Null tut uns gut“, freute sich Sportdirektor Jens Todt, ehe er sein Fazit des Tages zog: „Verteidigen ist unsere Kernkompetenz.“ Und zu der gilt es, schnellstens zurückzukehren.

Wie viel das erste Pflichtspiel ohne Gegentor der neuen Spielzeit wert ist, muss sich aber noch zeigen. Allzu viele Gegner, die sich offensiv so harmlos anstellen wie der MSV, werden die Karlsruher in diesem Jahr nicht mehr bekommen. Die Pfiffe von den Rängen bereits vor der Halbzeit waren vor allem auf die unzureichenden Karlsruher Offensivbemühungen gemünzt. Behutsam, behäbig, bedächtig – so waren die Gäste lange nicht in Gefahr zu bringen. Das lag auch daran, dass Hiroki Yamada derzeit weit von seiner Form aus der vergangenen Saison entfernt ist und man vom jungen Boubacar Barry keine Wunderdinge erwarten darf.

Als die Badener dann kurz vor der Pause ihre geduldige Grundhaltung endlich aufgaben, klingelte es gleich. Ein schneller und präziser Pass von Barry auf Manuel Torres, ein geglücktes Dribbling samt guter Flanke des Spaniers und ein Kopfballtor des neuen KSC-Mittelstürmers Erwin „Jimmy“ Hoffer – der Bann war gebrochen (45.). Als kurz nach der Pause auch noch Manuel Gulde nach doppelter Kopfballvorarbeit von Daniel Gordon und Jonas Meffert traf (58.), war die Messe gelesen.

In der Folge versäumten es die Badener, mehr für ihr Torekonto und ihr Selbstvertrauen zu tun. Doch der Trainer ist bereit, die Geduld aufzubringen, die sein Team phasenweise auf dem Spielfeld zeigte. „Gute Ansätze“ und „Schritt für Schritt“ beschrieb er die Leistung, ohne zu verkennen: „Da ist noch Luft nach oben.“