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René Vollath wird im letzten Saisonspiel das KSC-Tor hüten. Foto: Deck
René Vollath wird im letzten Saisonspiel das KSC-Tor hüten. Foto: Deck
19.05.2017

Karlsruher SC verabschiedet aus 2. Liga – Trainer bastelt am Kader für neue Saison

Karlsruhe. Am Mittwoch hat KSC-Coach Marc-Patrick Meister einen aufschlussreichen Satz gesagt. Es war die Ankündigung, man habe „die Neuzugänge für die kommende Saison im Hinblick darauf ausgesucht, die Defizite aus dieser Saison zu beheben.“

Dabei würde Meister natürlich nie explizit sagen, dass die Defensive in der nun zu Ende gehenden Saison einfach nicht zweitligatauglich war. Und er würde auch nicht sagen, dass zu viele Spieler zu langsam waren. Und schon gar nicht würde er zugeben, dass es weit und breit keinen torgefährlichen Stürmer im Kader gab. Für die öffentliche Zurückhaltung hatte man in dieser Spielzeit auch Verständnis, schließlich hätte man all das dem Profi-Novizen Meister als Kritik an den Sportdirektoren Jens Todt und Oliver Kreuzer auslegen können, die diesen Kader ja zusammengestellt haben.

Aber wenn man gegenüber Meister die genannten Defizite aufzählt, widerspricht er auch nicht. Sondern berichtet, was er sich für die kommende Saison verspricht. Punkt eins: Die Abwehr. David Kinsombi soll bleiben, auch Benedikt Gimber, den Meister „schon jetzt auf dem Weg zur absoluten Persönlichkeit“ sieht und nur zu gerne dauerhaft an Karlsruhe binden würde. Und gegen einen dritten Innenverteidiger hätte er sicher auch nichts.

Zum Zweiten, da sind sich Kreuzer und Meister einig, mangelte es dem Abstiegs-Kader an Führungspersönlichkeiten, also an „Typen, die auch in Drucksituationen den Ball fordern, die sich wehren und außerhalb des Platzes Themen mit Eigeninitiative in die Hand nehmen“, wie Meister formuliert. Andreas Hofmann, der aus Fürth kommt, soll diese Lücke ebenso füllen wie der ebenfalls drittligaerfahrene Marc Lorenz, dessen Schnelligkeit die Verantwortlichen ebenso loben wie beim 23-jährigen Alexander Siebeck, der in der Zentrale zudem die Kreativität erhöhen soll. Und last but not least fehlte dem KSC ein Spieler, der nicht ein halbes Dutzend Chancen braucht, um den Ball auch nur aufs Tor zu bringen. Bester Torschütze war Dimitrios Diamantakos – fünf Treffer von insgesamt blamablen 18 schoss der Grieche, der den KSC ebenso verlassen wird wie Gaétan Krebs. Der Franzose kommt nach einer Kreuzband-Operation in dieser Spielzeit erst auf neun Einsätze, sollte aber unbedingt gehalten werden. Dem Vernehmen nach wäre sein neuntes Jahr beim KSC aber mit solch hohen Gehaltseinbußen verbunden gewesen, dass Krebs lieber seine Zelte abbrach.

Ein Spiel hat der Franzose aber noch vor der Brust, und das führt nach Niedersachsen. Der auf längere Zeit letzte Zweitliga-Gegner des KSC, Eintracht Braunschweig, hat den dritten Platz so gut wie sicher. Falls Hannover in Sandhausen verlieren sollte und die Eintracht hoch gewinnt, wäre das um sechs Treffer schlechtere Torverhältnis sogar noch auszugleichen und die beiden niedersächsischen Teams würden die Plätze tauschen.

Marcel Mehlem wird wegen eines drohenden Ermüdungsbruchs im Fuß geschont, René Vollath statt Dirk Orlishausen wird im Tor stehen. Eines ist sicher: Sollte der KSC erneut so schlecht verteidigen wie beim 3:4 gegen Dresden, ist eine hohe Niederlage alles andere als unwahrscheinlich.