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KSC-Trainer Markus Kauczinski. © dpa
20.04.2013

Karlsruher SC verpatzt Spitzenspiel in Münster

"Nur" 1:2 verloren, am Ende noch am Ausgleich geschnuppert - dennoch zeigte der Karlsruher SC am Samstagnachmittag im Drittliga-Spitzenspiel gegen Preußen Münster über weite Strecken des Spiels eine schwache Leistung. Mit der Niederlage verspielte der KSC eine komfortable Position im Kampf um den direkten Aufstieg.

Bildergalerie: Karlsruher SC verliert bei Münster mit 1:2

Erwartungsgemäß ersetzte Patrick Dulleck den gelbgesperrten Koen van der Biezen. Zudem schaffte es Karim Benyamina nach zuletzt starken Leistungen in der zweiten Mannschaft erstmals seit Mitte Dezember wieder auf die Karlsruher Ersatzbank, auf der sich mit Martin Stoll überhaupt nur ein defensiver Feldspieler fand.

Von Beginn an setzten die Gastgeber aus Münster den KSC unter Druck – und belohnten sich dafür früh. Schon nach sechs Minuten rannte Taylor der Karlsruher Defensive nach langem Ball von Bischoff einfach davon, überlupfte den unglücklichen Orlishausen und brachte sein Team somit in Führung. Deutlich zu einfach hatte sich dabei die Karlsruher Defensiv übertölpeln lassen.

Und die Karlsruher Defensive wackelte gegen technische starke Münsteraner weiter, ermöglichte somit Menga, Bischoff und Nazarov teils hochkarätige Chancen. Erst nach etwa 20 Minuten konnte sich der KSC offensiv zumindest etwas befreien, außer einigen ungenutzten Standards sprang dabei jedoch nichts Zählbares heraus. Vor den Aufen von 1500 mitgereisten Karlsruher Fans blieb es bei der Halbzeit dabei – Münster verwaltete den Vorsprung, Karlsruhe gelang schlichtweg nichts.

Kauczinski reagierte auf die schwache Leistung seiner Elf und ersetzte zu Wiederanpfiff den wirkungslosen Dulleck durch Benyamina. Der Wechsel schien sich bezahlt zu machen, gerade der „Joker“ brachte Schwung ins Karlsruher Angriffsspiel, unter anderem zwang Alibaz per Freistoß Masuch zu einer Glanzparade. Doch schon in der 66. Minute befand sich die Karlsruher Abwehr erneut im Tiefschlaf, als, wie schon beim 1:0, Gordon sich nach einem langen Ball schlimm verschätzte. Erneut profitierte Taylor, der den aus seinem Tor geeilten Orlishausen mit einem Heber bezwang. Gordon ließ sich unmittelbar nach dem Tor zudem noch zu einem Scharmützel mit Münsters Nazarov hinreißen, Schiedsrichter Stegemann verwarnte beide Spieler.

Die nun hektische Partie schien entschieden, Kauczinski schöpfte mit Krebs und Blum sein Einwechselkontingent aus – und bewies ein goldenes Händchen. Eine Minute stand Krebs auf dem Platz, als eine Blum-Flanke von der Grundlinie den Elsässer fand. Ausgerechnet per Kopf vollendete der kleinste Spieler der Liga zum 1:2-Anschlusstreffer in der 75. Minute. Der KSC drückte nun natürlich, Kempe und Krebs vergaben von der Strafraumkante jedoch passable Chancen. In der fünfminütigen Nachspielzeit rettete zudem ein Münsteraner nach Karlsruher Eckball auf der Linie, es blieb bei der letztlich verdienten Karlsruher Niederlage. Vor allem die Defensive genügte gegen Münster kaum höheren Ansprüchen.

Der KSC verliert damit Boden auf die Münsteraner, die nun einen Punkt hinter dem KSC auf Platz 2 rangieren. Dritter ist nun Bielefeld, die nach einer katastrophalen Schiedsrichterleistung über eine Halbzeit lang zu Neunt gegen Heidenheim spielen mussten und mit 0:3 den Kürzeren zogen. Die ebenfalls siegreichen Osnabrücker rangieren auf Platz vier noch immer komfortable fünf Punkte hinter den Karlsruhern.