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Kauczinski formt aus dem KSC einen Aufstiegskandidaten
Kauczinski formt aus dem KSC einen Aufstiegskandidaten © dpa
28.11.2012

Kauczinski formt aus dem KSC einen Aufstiegskandidaten

Karlsruhe. Die Leistungskurve des Karlsruher SC zeigte zum Ende der Hinrunde der 3. Liga steil nach oben, die ersehnten Aufstiegsplätze sind erstmals in Schlagdistanz gelangt. Ganz zufrieden ist Trainer Markus Kauczinski dennoch nicht. «Nach 19 Spielen bist du Fünfter. Und wenn du das Gleiche so noch einmal spielst, bist du wieder Fünfter. Das heißt, um aufzusteigen, werden wir uns steigern müssen», forderte der 42-Jährige.

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Dabei scheinen die vergangenen zwei Spielzeiten, als die Badener mit 72 und 60 Gegentreffern zu den Schießbuden der Liga zählten, Geschichte zu sein. Nur 11 Tore kassierte die neue KSC-Abwehr in 19 Partien, das ist ligaweit ein Spitzenwert, den nur der FC Bayern München und Eintracht Braunschweig toppen können. «Man sagt, mit einem guten Sturm bist du erfolgreich, aber deine Abwehr holt den Titel. Wenn du weißt, dass dir ein oder zwei Tore zum Sieg reichen, dann ist das ein großer Vorteil», meint Sportdirektor Oliver Kreuzer.

Zu Saisonbeginn standen allerdings Anspruch und Wirklichkeit beim selbsternannten Wiederaufstiegskandidaten in krassem Widerspruch. Nach fünf Spieltagen rauschten die Badener als eine von zwei noch sieglosen Mannschaften bis auf den 18. Tabellenplatz hinunter. Die Verantwortlichen behielten dennoch die Nerven. «Man muss auch stehen bleiben können, wenn Gegenwind aufkommt. Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass wir den richtigen Trainer und die nötige Qualität in der Mannschaft haben», sagte Präsident Ingo Wellenreuther, der es als seine Aufgabe sieht, «den Kopf hinzuhalten und den Druck aufzunehmen, damit Mannschaft und Trainer in Ruhe arbeiten können.»

Auch Kreuzer mahnte die Fans, endlich das 7:0 gegen Valencia zu vergessen und die Realität der 3. Liga anzunehmen. «Kontinuität und Nachhaltigkeit» hat er sich auf die Fahnen geschrieben. «Und wenn wir nicht dieses Jahr hoch gehen, dann gehen wir eben nächstes Jahr hoch. Wir werden aber nicht den Fehler wie andere Drittligisten machen und unseren Trainer entlassen», betonte er. «Markus Kauczinski kann noch sehr lange auf der Stelle treten, wenn er will.»

Und dieser analysierte, justierte und korrigierte sein Team erfolgreich. «Es gab zwei Schnitte. Nach dem 0:2 gegen den VfB Stuttgart II und nach dem 0:0 gegen Babelsberg. Da haben wir etwas geändert, weil wir das Gefühl hatten, das was wir da machen, führt uns nicht mehr weiter», erinnerte sich Kauczinski, der seit März dieses Jahres den Verein als Chef coacht.

Dennoch habe er auch in der Anfangszeit keinen Druck verspürt. Wohl auch, weil die Verantwortlichen dem gebürtigen Gelsenkirchener immer den Rücken stärkten. «Alle, die nah dran waren, haben gesehen, dass sich die Mannschaft entwickelt und dass wir gute Arbeit machen», erzählte er. Die Pokalsiege gegen den Hamburger SV und den MSV Duisburg gaben dem KSC endgültig den nötigen Rückenwind für die Aufholjagd im Ligaalltag. «Wir müssen uns einfach frei machen von Meinungen von Außen. Es ist egal, ob Leute das schön oder schlecht finden. Entscheidend ist, dass wir die Spiele gewinnen.»

Kauczinski ist sich sicher, dass seine Mannschaft nunmehr in eine erfolgversprechende Richtung unterwegs ist. «Ich ändere auch jetzt nicht den Weg», sagte er. Es gelte jetzt vielmehr, eine gewisse Konstanz in die Leistungen zu bringen. Bei seinen Spielern hat er eine Änderung im Bewußtsein wahrgenommen. «Das Gewinnen-Müssen vom Anfang ist in den Hintergrund geraten», meinte er. «Was die Leute über uns sagen, ist den Spielern einfach nicht mehr so wichtig.»