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Strenger Blick von Hannes Wolf (links). Vor allem in der zweiten Halbzeit sah der neue Trainer des VfB Stuttgart kein gutes Spiel seiner Mannschaft, die in der 57. Minute durch diesen Schuss von Kapitän Christian Gentner (rechts) in Führung gegangen war. Pawel Dawidowicz kam zu spät. Foto: dpa
Strenger Blick von Hannes Wolf (links). Vor allem in der zweiten Halbzeit sah der neue Trainer des VfB Stuttgart kein gutes Spiel seiner Mannschaft, die in der 57. Minute durch diesen Schuss von Kapitän Christian Gentner (rechts) in Führung gegangen war. Pawel Dawidowicz kam zu spät. Foto: dpa
23.09.2016

Kein Traumstart für Wolf: VfB Stuttgart mit 1:1 in Bochum

Irgendwie nicht wie erhofft. Neuer Cheftrainer aus Bochum. Erstes Auswärtsspiel in Bochum. Gespannte Erwartung, und nach 90 Minuten eine eher desillusionierende Premiere für den neuen Cheftrainer Hannes Wolf. Der VfB Stuttgart musste zum Auftakt des siebten Zweitliga-Spieltages mit einem 1:1 (0:0) vor 22.014 Zuschauern beim VfL Bochum zufrieden sein – kein Traumstart für Wolf. Den Stuttgarter Führungstreffer erzielte Kapitän Christian Gentner in der 57. Minute, der eingewechselte Johannes Wurtz sorgte in der 80. Minute für den Ausgleich.

Hannes Wolf wollte aus dem Unentschieden kein Drama machen. „Wir sind gut aus der Englischen Woche herausgekommen, sieben Punkte aus drei Spielen, wir sind zufrieden. Das Ganze war für die Mannschaft schon eine große Belastung, dieser Punkt in Bochum ist ein wichtiger Punkt“, sagte Wolf. Bochums Coach Gertjan Verbeek verteilte Komplimente, aber nur an seine eigene Mannschaft. „Meine Mannschaft ist jung und unerfahren, sie hat um jeden Meter gekämpft. Und nach der Stuttgarter Führung hat nur noch eine Mannschaft gespielt, das war der VfL Bochum, wir hätten das Spiel gewinnen müssen.“ Auch Wolf nannte den Sieg „glücklich, es war am Ende schwierig, dem Druck standzuhalten.“

Anders als seine Vorgänger verfolgte der neue Stuttgarter Cheftrainer auch das Aufwärmen seiner Mannschaft im Ruhrstadion genau, nur nichts dem Zufall überlassen beim Start ins Profigeschäft. Gegenüber dem 2:0 gegen Eintracht Braunschweig gab es nur eine Veränderung beim VfB Stuttgart, Kevin Großkreutz rückte in die Startformation für Berkay Öczan. Wolf hatte davon gesprochen, dass die Mannschaft nach dem 2:0 gegen den Spitzenreiter „in erster Linie regenerieren muss“. Was er noch sagte: „Sie muss eine Haltung aufbauen.“ Was immer er damit gemeint hat, die Hochphase des VfB Stuttgart ist erst einmal beendet. Wiederaufstiegswürdig geht anders.

Dass der von Borussia Dortmund in Schwabenland gewechselte Hannes Wolf zum Punktgewinn viel beitragen konnte, ist nicht zu belegen. Aber die Mentalität des VfB Stuttgart spricht für ihn, wie für seinen unmittelbaren Vorgänger Olaf Janßen. Wie auch schon auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern und gegen Braunschweig versuchte die Mannschaft, das Spiel von Beginn an zu machen. Leider war an diesem Abend die Fehlpassquote ähnlich hoch wie die beim VfL.

Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde. Anthony Losilla wurde im Stuttgarter Strafraum mustergültig bedient, scheiterte mit seiner Direktabnahme aber denkbar knapp. Und dann traf Kapitän Christian Gentner in der 57. Minute von der Strafraumgrenze unhaltbar, perfekt freigespielt von Alexandru Maxim.

Aber dabei blieb es nicht. Peniel Mlapa scheiterte in der 79. Minute kläglich, er hätte das Spiel angesichts seiner Chancen im Alleingang entscheiden können, aber nur eine Minute später erzielte Johannes Wurtz den verdienten und vielumjubelten Ausgleich. Und in der Schlussphase war der VfL Bochum dem Siegtreffer näher als der VfB Stuttgart.