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Daniel Engelbrecht von den Stuttgarter Kickers zeigt seinen Herzmuskelprotektor, den er nach vier Herz-Operationen tragen muss. Foto: Maurer(DPA-Archiv)
Daniel Engelbrecht von den Stuttgarter Kickers zeigt seinen Herzmuskelprotektor, den er nach vier Herz-Operationen tragen muss. Foto: Maurer(DPA-Archiv)
10.12.2015

Kickers-Profi Daniel Engelbrecht: Nach dem Herz-Happy-End droht jetzt das Aus

Stuttgart. Daniel Engelbrechts Kampf zurück in den Profifußball fand vor ziemlich genau einem Jahr sein Happy End. Bei den Stuttgarter Kickers steht der mit einem eingebauten Defibrillator spielende Stürmer nun aber vor dem Aus.

Bis auf weiteres wird er nicht mehr für die Profis in der 3. Liga auflaufen, im Winter soll der 25-Jährige transferiert werden. „Ich bin schockiert und maßlos enttäuscht. Nach allem, was wir gemeinsam erlebt haben, ist das kein schönes Ende. Zumal es mir sehr wehtut, der Mannschaft nicht mehr helfen zu dürfen“, sagt Engelbrecht.

Am 6. Dezember 2014 gab Engelbrecht, der von allen nur „Engel“ genannt wird, ein Comeback wie aus dem Märchen. Nach eineinhalb Jahren mit vier Herz-Operationen und mit eingebautem Lebensretter schoss er die Kickers mit einem Last-Minute-Treffer gegen Wehen Wiesbaden zum Sieg. Jetzt kommt seine Karriere ins Stocken: Rund einen Monat, nachdem sein größter Fürsprecher, Ex-Trainer Horst Steffen, den Verein verlassen musste, wurde auch der 25-Jährige gebeten, sich einen neuen Club zu suchen.

Das Problem: Engelbrechts Vertrag wurde noch zu Zeiten aufgesetzt, als Guido Buchwald als Präsidiumsmitglied für die Geschicke des sportlichen Bereichs verantwortlich war. Und da das Geld damals etwas lockerer saß, zählt der Stürmer beim momentan Tabellenletzten zu den Topverdienern.

„Wir müssen auch das Wirtschaftliche im Blick haben“, sagt Sportdirektor Michael Zeyer. Denn Engelbrecht kam zuletzt kaum zum Zug. Nach 19 Spieltagen stehen zwei Einsätze in der Statistik.

Auch wenn es Engelbrecht schwer fällt, er will dem Wunsch des Vereins nachkommen. „Es war schon ein Schock. Ich habe hier solche Höhe- und Tiefpunkte erlebt. Aber auf dem Abstellgleis zu stehen ist nicht mein Anspruch. Ich will spielen“, macht er klar.

Zumal er so gut in Schuss ist wie lange nicht mehr: Der Rückschlag aus dem Trainingslager im Sommer ist überwunden. „Ich hatte versucht die Dosis der Medikamente herabzusetzen. Das hat nicht funktioniert“, erklärt er. Seit er wieder zur normalen Medikation zurückgekehrt ist, trainiert er ohne Beschwerden: „Ich habe keine Probleme, bin voll belastbar.“