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Auf den Schultern seiner Spieler freut sich der scheidende TVP-Coach John Willis über den Klassenerhalt. Fotos: J. Keller
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Junior Paila mit einem rauchenden Bengalo.

Klassenerhalt dank bester Saisonleistung: SG TV/CfR Pforzheim bleibt in der Rugby-Bundesliga

Rottweil/Pforzheim. Die Saison 2018/19 in der Rugby-Bundesliga Süd/West war für die SG TV/CfR Pforzheim geprägt von Enttäuschungen und verpassten Chancen, von unnötigen Niederlagen und erstmals auch von der Angst vor dem Abstieg. Die „Rhinos“ schafften es schließlich auf Rang sieben und retteten sich so in die Relegation.

Im letzten Spiel am vergangenen Samstag beim RC Rottweil stand die SG am Scheideweg – und mit dem vielleicht besten Spiel der Saison und einem nie gefährdeten 51:38 (37:5)-Sieg haben die Pforzheimer den Weg in die Bundesliga eingeschlagen.

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Sieg im Relegationsspiel: SG TV/CfR Pforzheim bleibt in der Rugby-Bundesliga

Von Beginn an schlug der deutsche Rugby-Meister von 2016 und deutsche Rugbypokal-Sieger 2017 mit seiner stärksten Waffe zu. In der zweiten Minute fing Tafadzwa Chitokwindo als letzter Mann einen weiten Kick der Rottweiler ab, düste dann mit dem Leder-Ei bis zur Mittellinie, kickte über Abwehrreihe des RCR hinweg und erspurtete sich wieder den Ball, um ihn links außen abzulegen. Das war nicht der einzige, Raum gewinnende und Lücken reißende Sprint, den der Nationalspieler aus Simbabwe anzog. Zusammen mit seinem Landsmann Josh Gando überraschte er die zumindest in der ersten Hälfte etwas langsam agiernden Rottweiler ein ums andere Mal.

Die frühe 5:0-Führung baute Chitokwindo durch zwei Straftritte nach 14 Minuten auf 11:0 aus. Bis zur Halbzeit legte er noch einen und Gando zwei Versuche, stets aus den typischen überfallartigen Sprints resultierend. Antipas Kamkwindo zeigte, dass auch der Pforzheimer Sturm den Rugbyball im gegnerischen Malfeld ablegen konnte. Beim 37:5-Halbzeitstand war fast schon klar, dass die „Rhinos“ in Rottweil nichts anbrennen lassen wollten.

Hatten sich die Rottweiler das Relegationsspiel einfacher vorgestellt? Die SG erwies sich als kompaktes, solide Rugby spielendes Team, das das Tempo konstant hoch halten konnte. Immer waren, zwei, drei Spieler in der Nähe des balltragenden Mitspielers. In den Rugs wurde der Ball zügig wieder herausgespielt, es gab immer eine Anspielstation. So viel mannschaftliche Geschlossenheit war nicht immer zu sehen. Die einfachen Dinge richtig machen – das hatte Coach John Willis immer gefordert. Und dieses Mal hatten die „Rhinos“ im entscheidenden Moment geliefert.

In der zweiten Hälfte konnten die Hausherren zwar gleich verkürzen, doch Jérome Himmer warf sich nach einem dominanten Sturmangriff über die Rottweiler Mallinie. Auch nach dem nächsten Versuch des RCR kam postwendend die Antwort von Ali Sürrer, der mit zwei Kicks die Rottweiler Abwehr überwand und zum 51:17 ablegte.

Danach brachte Willis mehrere Pforzheimer Nachwuchstalente ins Spiel. Die Aufholjagd der zuweilen auch etwas glücklos kämpfenden Rottweiler kam mit drei weiteren Versuchen zu spät. Die SG TV/CfR Pforzheim konnte den Vorsprung über die Zeit retten und war an diesem Tag gedanklich schneller und mit der lauffreudigen Kreativabteilung der „Rhinos“ überfordert.

Für die Pforzheimer setzt sich das 2011 begonnene Abenteuer in der Rugby-Bundesliga fort. Ein Teil des Teams hat bereits signalisiert, auch 2019/20 wieder für Pforzheim in der Bundesliga spielen zu wollen. 

Die SG-Versuche:

Tafadzwa Chitokwindo und Josh Gando (je 2), Antipas Kamkwindo, Jérome Himmer, Ali Sürer

Die SG-Kicks:

Tafadzwa Chitokwindo (5/6 Erhöhungen, 2/2 Straftritten)