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Zu den herausragenden Spielern zählte Denis Zenko (GU/Türkischer SV Pforzheim, links), hier im Halbfinale gegen den VfL Nagold.  Foto: Gössele
Zu den herausragenden Spielern zählte Denis Zenko (GU/Türkischer SV Pforzheim, links), hier im Halbfinale gegen den VfL Nagold. Foto: Gössele
Das Finale in Calmbach war eine klare Sache für den VfL Nagold: Luka Kravoscanec (Nagold, links) fährt hier dem Reichenbacher Timo di Girogio in die Parade. Foto: Gössele
Das Finale in Calmbach war eine klare Sache für den VfL Nagold: Luka Kravoscanec (Nagold, links) fährt hier dem Reichenbacher Timo di Girogio in die Parade. Foto: Gössele
04.01.2016

„Kleiner“ GU/Türkischer SV Pforzheim mischt in Calmbach bei den Großen mit

Die ranghöchsten Fußballvereine beim 43. Calmbacher Hallenfußball-Turnier beherrschten die Szenerie: Im Finale besiegte der württembergische Verbandsligist VfL Nagold als Turnierneuling den badischen Verbandsligisten TSV Reichenbach mit 6:3. Das war zugleich das torreichste Spiel der 24 Begegnungen, lässt man die vier Neun-Meter-Schießen außer Acht. Doch für die eigentliche Überraschung sorgte ein „Kleiner“: GU/Türkischer SV Pforzheim hatte am Tag zuvor das Qualifikationsturnier gegen den VfL Höfen mit 2:1 für sich entschieden und marschierte auch im Hauptturnier bis ins Halbfinale – genau wie zuletzt in Birkenfeld.

Dabei hatte das Hauptturnier für den Tabellendritten der Kreisklasse A Pforzheim alles andere als gut begonnen. In der Dreiergruppe musste sich die GU zunächst dem Gastgeber 1. FC Calmbach mit 1:2 und dann dem VfL Nagold mit 1:4 beugen, so dass die Pforzheimer als Gruppenletzter ein Qualifikationsspiel für das Viertelfinale bestreiten mussten.

GU am meisten gefordert

Doch dann trumpfte die Elf um Denis und Maik Zenko in großem Stil auf. Zuerst warf die GU/Türkischer SV den Landesligisten und Titelverteidiger 1. FC Birkenfeld mit 5:3 aus dem Wettbewerb und spielte dann mit 7:1 den nächsten Landesligisten, den mit dem Oberligaspieler Serach von Nordheim verstärkten CfR Pforzheim II, mit 7:1 geradezu an die Wand. Selbst im Halbfinale hatten die GUler und Türken beim 3:4 im zweiten Aufeinandertreffen mit Nagold ihre Chance. Auch im Spiel um Platz drei, das gegen den Landesligisten FC Gärtringen 3:5 verloren wurde, enttäuschten die Pforzheimer A-Liga-Kicker nicht.

Die Leistung der GU/Türkischer SV nötigte dem Ex-Vorsitzenden und früheren Spieler Engin Demiral allen Respekt ab: „Wenn, wie bei uns, der Kampfgeist und die Kameradschaft stimmen, dann kommt der Erfolg automatisch. Denis und Maik Zenko sind echte Verstärkungen.“ In nur 31 Stunden hatten die GUler in zwölf Spielen 168 intensive Minuten zu überstehen. Eine Belastung, über die manche Profis stöhnen würden. Hinzu kommt: Die beiden Brüder nisteten sich auch in der Torjägerliste weit vorn ein. Hinter dem Reichenbacher Dominic Riedel mit acht Toren folgten Edmond Cakaj (Nagold) sowie Denis Zenko mit jeweils fünf und Maik Zenko mit vier Treffern. Von einer Jury wurde Cakaj als bester Spieler ausgezeichnet, was die weiblichen Zuschauer jedoch anders sahen (siehe Bericht „Deutsch-Ire als Frauenliebling“).

Pech hatte die mit ausschließlich 19-jährigen Nachwuchskräften bestückte Elf des FC Nöttingen. Die Reserve des Oberliga-Spitzenreiters scheiterte im Viertelfinale nur knapp am VfL Nagold mit 1:2, nachdem die Elf um Trainer Uwe Rhein im Qualifikationsspiel zuvor beim Sieg nach Neun-Meter-Schießen gegen den A-Klassen-Spitzenreiter FV Wildbad mit dem Glück einen Bund geschmiedet hatte. Einen guten Eindruck hinterließ auch Kreisligist FSV Buckenberg, für den im Viertelfinale nach Neun-Meter-Schießen Gärtringen die Endstation war.

Mit über 500 zahlenden Zuschauern an beiden Tagen zeigte sich Michael Herder, einer der drei Vorsitzenden des 1. FC Calmbach, zufrieden: „Sowohl die Resonanz als auch das Niveau haben unsere Erwartungen voll erfüllt.“