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Von ihrem Wunschtermin fürs Fußball-Stadtturnier müssen die Sportfreunde Mühlacker mit dem langjährigen Spielleiter Jan Blutbacher abrücken (rechts Thomas Barho, Abteilungsleiter des TSV Ötisheim).  Foto: Kohler/PZ-Archiv 

Knifflige Suche nach Ersatztermin fürs Stadtturnier in Mühlacker

Mühlacker. Aus den Zeiten vor Corona ist noch das Phänomen bekannt, dass zu Beginn der Sommerferien wenig los ist, sich zuvor aber die Veranstaltungen ballen. In Mühlacker wollen die Sportfreunde am Sonntag, 24. Juli, eine Kollision mit dem Senderstädter Triathlon vermeiden. So wird es bei dem während der Online-Konferenz im November beschlossenen Termin fürs Stadtturnier der Fußballer nicht bleiben.

Gemäß eines vor Jahren getroffenen Beschlusses müssten die Sportfreunde dann eigentlich auf das erste Ferien-Wochenende (30. Juli bis 1. August) ausweichen. Diesen Termin zu Beginn der Ferien hatte der Ausrichter jedoch von vorneherein ausgeschlossen.

„Da sind mein Festwirt und auch mein Kassier nicht da“, sagt Spielleiter Jan Blutbacher nun. Blutbacher ist an sich ein lockerer Typ, doch nun ist ihm anzumerken, dass ihn schon allerlei Corona-Verordnungen Nerven gekostet haben. Wegen dieser Beanspruchung ist die Terminsuche nun ziemlich lästig.

Das Stadtturnier eine Woche früher zu spielen, wäre den Sportfreunden die liebste Alternative gewesen. Doch am betreffenden Wochenende plant der FC Viktoria Enzberg ein Sportfest.

Team hinter dem Team wichtig

Eine Mannschaft müsse eigentlich immer zusammen zu bekommen sein, meint die Führungsriege vom Bezirksligisten Lomersheim. Doch auch den Vertretern des TSV Phönix ist klar, dass es Helfer braucht, um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen und dass daher nicht jeder Termin gleichermaßen günstig ist.

Wahrscheinlich wird vom 9. bis zum 11. Juli gespielt. „Das ist sportliches Niemandsland“ hält Blutbacher, ein früherer Torhüter, allerdings im Hinblick darauf fest. Normalerweise steht der Beginn der Vorbereitung zu dem Zeitpunkt noch bevor. Könnte es eine Lösung sein, nach Saisonende nur kurz zu pausieren, sich dann aufs Stadtturnier vorzubereiten und dann noch einmal mit dem Training auszusetzen? Das fragt sich Blutbacher – ohne solch ein Szenario für zufriedenstellend zu halten.

Rückschritt droht

Jahrelang war das Stadtturnier ein Saison-Anhängsel und verlor an Attraktivität – bis Frank Alber, damals Vorstandsmitglied der Enzberger, 2010 den Impuls gab, damit in die Vorbereitung auf die folgende Spielzeit zu gehen. Nun bringt die Corona-Lage Unwägbarkeiten mit sich.

Falls die Spielzeit nicht wie vorgesehen im Februar/März fortgesetzt werden kann, aber auch nicht noch eine Saison abgebrochen wird, sondern sich alles nach hinten verschiebt, könnte ein Stadtturnier-Termin am zweiten Juli-Wochenende doch noch besser passen.

So wenig Spaß ihm die Terminsuche gerade macht: Blutbacher freut sich zumindest darüber, dass die Nachbarvereine fürs Dilemma der Sportfreunde Verständnis haben. Die Lomersheimer wiederum, die dann 2023 als Veranstalter gefragt sind, wollen ihren Wunschtermin umgehend im Jahreskalender der Stadt vormerken. Sollte das dazu führen, dass sich da dann die Triathlon-Organisatoren nach den Fußballern richten müssten, hätte Phönix nichts dagegen. Am Besten für alle wäre allerdings, dass man sich von vorneherein nicht ins Gehege kommt.

Fürs Erste ist die Sperrung der Heerenwaagbrücke eine Hypothek. Ansonsten lässt sich die Idee der Agentur Eventpower, eine Triathlon-Radrundstrecke über Lomersheim einzuführen, nicht mit einem Fußballturnier im Umfeld vereinbaren. Das Gelände der Sportfreunde, aber auch das von Phönix wäre am Triathlon-Sonntag praktisch nicht erreichbar.

Ralf Kohler

Ralf Kohler

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