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Jubeln konnte Sebastian Kienle nach 1,9 Kilometern im Wasser, 90 Kilometern auf dem Rad und 21,1 Kilometern Laufstrecke bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in den USA.
Jubeln konnte Sebastian Kienle nach 1,9 Kilometern im Wasser, 90 Kilometern auf dem Rad und 21,1 Kilometern Laufstrecke bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in den USA. © Foto: Fredrik von Erichsen/DPA-Archiv
10.09.2012

Knittlinger Sebastian Kienle gewinnt Triathlon-WM

Als Sebastian Kienle nach 3:54:35 Stunden das Ziel in Henderson erreichte, konnte er sein Glück kaum fassen. Gerade hatte sich der Knittlinger in der Hitze des US-Bundesstaates Nevada bei der Ironman-70.3-WM den ersten Platz gesichert. Der neue Weltmeister behielt auch beim abschließenden Lauf des Triathlons die Ruhe und rettete eine Minute Vorsprung in Ziel.

Bei Außentemperaturen, die schon am frühen Morgen bis zu 25 Grad betrugen, ging es für das stark besetzte Starterfeld auf die 1,9 km lange Schwimmstrecke durch den Lake Las Vegas. Auch mit der Wassertemperatur von über 27 Grad hatten die Athleten zu kämpfen. Trotz allem entwickelte sich ein schnelles Rennen.

Tempo lässt Kienle kalt

Nach 23:16 Minuten stieg dann der Australier Clayton Fettell als führender aus dem Wasser. Doch an seinen Fersen klebten knapp 20 Athleten, darunter alle Favoriten. Den langen Weg zur Wechselzone und die ersten Radkilometer nutzte Michael Raelert, um mit hohem Tempo die Spitze zu erobern.

Das Radrennen war anschließend vom gegenseitigen Belauern geprägt. Sebastian Kienle allerdings setzte nach dem Wechsel aufs Rad auf Risiko und ging die 90 km mit viel Tempo an. Mit dieser Taktik konnte der 28-Jährige die beim Schwimmen entstandene Lücke schnell schließen und startete mit dem Münchner Faris Al Sultan einen Angriff auf die Spitze. Vor allem Kienle riss das Kommando an sich. Auf dem Weg in die zweite Wechselzone flog er regelrecht am Feld vorbei und die übernahm die Führung. Michael Raelert aus Rostock hingegen erhielt eine Zeitstrafe und musste den Lauf mit über sieben Minuten Rückstand beginnen.

Mit knapp drei Minuten Vorsprung vor der großen Favoritengruppe wechselte Kienle von der Rad- auf die Laufstrecke. Schon zuvor hatten ihn die Ironman Experten als Geheimtipp in Sachen Lauf eingeschätzt und ihm bei rund drei Minuten Vorsprung Siegeschancen eingeräumt. Doch seine nächsten Verfolger, Craig Alexander, Andy Potts und Bevan Docherty, gaben sich noch nicht geschlagen. Zu Beginn der Halbmarathonstrecke machten sie sogar noch einmal Zeit gut. Doch auch davon ließ sich Kienle nicht unter Druck setzen und hielt dagegen. Auch Alexanders Tempoverschärfung bei Kilometer 13 reichte nicht aus. Mit einer starken Laufzeit von 1:16:46 konnte Kienle so nach 3:54:35 Stunden seinen Weltmeistertitel feiern. Craig Alexander (3:55:36) und Bevan Docherty (3:56:25) komplettierten das umkämpfte Podium. Andreas Raelert und Faris al Sultan erreichten mit Platz acht und neun immerhin noch die besten Zehn.

Seabstian Kienle selbst konnte gar nicht fassen, dass er sich den Weltmeistertitel gesichert hat. Auf seiner Seite der Internetplattform „Facebook“ schreibt der Knittlinger: „Eigentlich habe ich selber nicht geglaubt, dass ich das, was ich heute gezeigt habe, drauf habe. Zumindest nicht dieses Jahr.“ Und auch auf „Twitter“ fehlen dem 28-Jährigen die Worte. „Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, heißt es da.

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