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BVB-Star Mario Götze wechselt im Sommer zum FC Bayern. © dpa
23.04.2013

Kommentar: Die Rückkehr der bayerischen Unsympathen

Erfolgsverwöhnt, arrogant, überheblich: Mit dem Image der roten Bestie, die die Gegner kaputtkauft, bot der FC Bayern jahrzehntelang das perfekte Hassbild für viele Fußballfans. Doch bei aller Abneigung, die den Bazis deutschlandweit entgegengebracht wird, haben sie sich in den letzten Jahren doch etwas erkämpft, erarbeitet – und zuletzt mehr und mehr erzaubert: Respekt von allen Seiten! Genau das machen sie sich nun innerhalb weniger Tage wieder zunichte.

Bildergalerie: BVB-Star Mario Götze wechselt zum FC Bayern

Dabei gibt es Gründe en masse, um ihnen Hochachtung entgegenzubringen. Schließlich beruht die bayerische Arroganz auf sportlichen Erfolgen und finanzieller Stärke. Beides haben sich die Münchner in den letzten 40 Jahren durch verantwortungsvolles Wirtschaften verdient. Und trotz aller Millionen blieb der FCB sozial engagiert: Alkoholkranke Ex-Spieler wie Gerd Müller werden nicht fallengelassen, Freundschaftsspiele gegen notleidende Traditionsvereine wie St. Pauli oder Hansa Rostock sind bis heute bayerischer Usus. Hinzu kam in dieser Saison auch noch ein Traumfußball zum Verlieben. Mit dem Götze-Transfer werden die Bazis noch besser werden. Schließlich ist er genau die „falsche Neun“, die Neu-Trainer Pep Guardiola für sein Wunsch-System noch gefehlt hat. Zugleich wird er wohl Arjen Robben seinen Abgang erleichtern. Denn dem jüngeren, besseren – und weniger nörgelnden - Noch-Dortmunder gehört die Zukunft.

Sportlich gesehen ist der Transfer daher absolut verständlich. Unsportlich ist aber der Zeitpunkt seiner Verkündung: Dass die Münchner über ihr Haus- und Hofblatt einen Tag vor Dortmunds Champions-League-Halbfinale die Wechsel-Meldung streuen, ist ein Unding. Natürlich soll diese auch von Hoeneß' Steuerbetrug ablenken. Doch gerade er, Präsident Uli Hoeneß, war es, der noch vor wenigen Wochen über den Wert einer ausgeglichenen Liga und fußballerisches Fair Play fabulierte. Jetzt zeigt sich: Auch das waren nur leere Worte. Leider.

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