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Hakan Calhanoglu ist ein, wenn nicht gar das einzige Spieler-Juwel des Karlsruher SC. Wenn er versilbert wird, könnte der KSC deutlich an Glanz verlieren.
Hakan Calhanoglu ist ein, wenn nicht gar das einzige Spieler-Juwel des Karlsruher SC. Wenn er versilbert wird, könnte der KSC deutlich an Glanz verlieren. © dpa-Archiv
21.07.2012

Kommentar: Karlsruher S(uper) C(alhanoglu)

Was heißt das SC in KSC? In der ersten Halbzeit gegen den 1. FC Heidenheim stand das SC für Super-Calhanoglu. Zwei fantastische Freistoßtore des 18-jährigen Talents Hakan Calhanoglu brachten den Karlsruher SC in Front. Erster Spieltag in der 3. Liga, erstes Baden-Württemberg-Derby, erster gelungener Auftritt des Ex-Zweitligisten Karlsruher SC. Zumindest rund 80 Minuten lang.

Dann erzielten die Heidenheimer zwei Tore in den letzten zehn Minuten. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff stand das SC dann für Stolper-Calhanoglu. Der hatte ohne große Not gegen den letzten Heidenheimer Mann den Ball und eine große Chance zum 3:1 verstolpert und damit dem Gegner den direkten Weg zum 2:2 geebnet.

Calhanoglu hatte trotzdem große Momente. Aber genau das wird bei Trainer Markus Kauczinski und den KSC-Verantwortlichen nach dem ersten Spiel Fragen aufwerfen. Wenn der Jungstar spielt, kann er so ein wichtiges Spiel gegen einen Titelfavoriten wie Heidenheim mit wenigen genialen Momenten fast alleine entscheiden. Und wenn er nicht spielt?

Diese Frage will man sich als KSC-Fan lieber nicht beantworten. Aber genau das könnte passieren, wenn Calhanoglu weiterhin seine Extraklasse aufblitzen lässt. Werder Bremen hat schon einmal ein Angebot abgegeben. Dem KSC war es zu wenig. Aber werden die Karlsruher den 18-Jährigen halten können, wenn er weiterhin solche Akzente auf den Plätzen in der 3. Liga setzt?

Auf der einen Seite könnte er zum großen Leistungsträger und gefährlichen Ideengeber, zum Superstar des KSC werden, auf der anderen Seite würde er eine schmerzliche Lücke in einem eher namen- und gesichtslosen Team hinterlassen, in dem sich erst noch andere Spieler in den Vordergrund drängen müssen.

Der KSC wäre gut beraten, sein Spieler-Juwel nicht vorschnell zu versilbern, auch wenn die Millionen noch so verlockend wirken. Für immer dürfte Calhanoglu nicht in Karlsruhe kicken, aber zum Wohle des KSC und mit Blick auf den Wiederaufstieg sollte er es möglichst lange tun. Thomas Kurtz

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