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Wie gut werden die Jubel-Bayern in der Saison 2013/14 sein?
Wie gut werden die Jubel-Bayern in der Saison 2013/14 sein? © dpa
01.06.2013

Kommentar: Über-Bayern und schwäbische Fast-Helden

Man muss kein Bayern-Sympathisant sein, um den vom Mia-san-Mia-Gefühl angetriebenen Münchnern das Triple zu gönnen. Denn nicht nur die Tatsache, dass eine deutsche Mannschaft den DFB-Pokal, die Meisterschale und den Henkelpott in einer Saison gewinnt, ist einmalig. Sondern auch der Fußball, mit dem die Roten sich das silber und golden glänzende Trio herbeigezaubert haben.

Ein Kommentar von Simon Walter

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Und der VfB? Mit dem Motto „Helden werden“ waren die Schwaben nach Berlin gereist. Mit einer doppelt-bitteren Erkenntnis kehren sie zurück: Zum einen wurde ihre Aufholjagd, dieses famose Aufbäumen, nicht belohnt. Zum anderen reicht ihr zweikampfstarkes und laufintensives Spiel, dass sie zumindest gegen Spitzenteams zeigen, alles in allem gegen die Bayern schlichtweg nicht aus. Heldenhaft wurden sie zwar trotz der Niederlage von ihren Fans gefeiert. Doch zum „Helden werden“ gehört nunmal der Pott – und auf den hat man keine Chance, wenn man sich dreimal vom Gegner überlaufen lässt.

So eng das 3:2 im Finale gegen den VfB Stuttgart am Ende auch war, so sehr war es für die Jupp Heynckes‘ Bayern doch auch verdient. Seine Tränen nach dem Gladbach-Spiel sind es, die nach dieser 50. Bundesliga-Saison in Erinnerung bleiben werden. Dazu die rot-weißen Titelfeiern. Und selbstverständlich mitreißende Spiele wie das 9:2 gegen Hamburg oder das 4:0 gegen Barca. Doch auch hier war der Part wichtiger, über den seltener gesprochen wird: All die 2:0-Siege etwa, all die Spiele, die die Bayern unspektakulär, aber souverän gewannen. Nicht als die einstmals verschrienen Dusel-Bayern gingen sie auf den und von dem Platz. Sondern als Dominanz-Bayern, die wissen: Wir sind stark genug, um irgendwann ein Tor zu machen.

Genau dies haben sie auch in jedem Spiel gemacht - mehr als 100 mal in 53 Partien. Nur ein Pflichtspiel weniger hat übrigens der VfB absolviert. Es ist schmerzhaft, nach solch einer Schlussphase zu verlieren. Doch auch der Stuttgarter Schmerz ändert nichts an einer Tatsache: Die Bayern haben sich die Dreifach-Krönung verdient. Chapeau.