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26.08.2013

Kommentar zu Labbadia: Keine Jugend, keine Zukunft

So schnell geht’s im Fußball: Am Sonntagabend regte sich Stuttgarts Sportvorstand Fredi Bobic noch über die „dummen, respektlosen Fragen“ nach der Zukunft von Trainer Bruno Labbadia auf. Zwölf Stunden später setzte er den 52-Jährigen vor die Tür. Das mag ungerecht klingen. Doch Labbadia hat seinen Rauswurf selbst verschuldet.Natürlich musste er seit seinem Amtsantritt mit weniger Geld auskommen als viele Bundesliga-Kontrahenten. Natürlich tanzten die Schwaben mit zu wenigen Spielern auf zu vielen Hochzeiten: Liga, Pokal, Euro League. Und natürlich sind auch die Erfolge des nun Geschassten nicht zu verachten: Klassenerhalt 2011, Europapokal-Qualifikation 2012, DFB-Pokal-Finale 2013.Indes: Der Rauswurf war trotzdem folgerichtig. Denn schon in der Vorsaison hatten nur der Einzug ins DFB-Pokal-Endspiel sowie ins Euro-League-Achtelfinale den Rumpelfußball der Schwaben überdecken können. Und während vermeintlich kleine Teams wie Freiburg oder Mainz mit ihrem Fußball phasenweise begeisterten, hat sich der VfB in der Ära Labbadia spielerisch keinen Deut weiterentwickelt. Dies nur auf die klamme Kassenlage zu schieben, wäre zu einfach: Seit Jahren stellen die Stuttgarter die beste Amateur-Elf Deutschlands, von ihrer Jugendarbeit können Hoffenheim und Co. nur träumen. Doch trotz dieser Fülle an Talenten wurde unter Labbadia nur ein einziger junger Spieler - Sven Ulreich - zur Stammkraft. Dem Trainer wurde dies nun zum Verhängnis.

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