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Von einem großen Polizeiaufgebot in Schach gehalten wurden Waldhof-Fans im Jahr 2006, nachdem sie im Spiel beim 1. FC Pforzheim den Platz im Brötzinger Tal gestürmt hatten. Foto: M. Müller
Von einem großen Polizeiaufgebot in Schach gehalten wurden Waldhof-Fans im Jahr 2006, nachdem sie im Spiel beim 1. FC Pforzheim den Platz im Brötzinger Tal gestürmt hatten. Foto: M. Müller
11.08.2015

Krawall-Fans zu teuer - FSV Buckenberg verzichtet auf Platzrecht gegen Waldhof

Pforzheim. Wenn ein Kreisligist wie der FSV Buckenberg die Aussicht auf das Gastspiel eines früheren Bundesligisten hat, sollte das ein Grund zur Freude sein. Anders sieht das dieser Tage beim FSV Buckenberg aus, der nach seinem überraschenden Weiterkommen bei Espanol Karlsruhe im BFV-Pokal-Achtelfinale nächste Woche auf den SV Waldhof treffen dürfte – und auf sein Heimrecht verzichtet. Um im Buckenberg-Stadion spielen zu können, hätte der FSV einen Sicherheitsdienst engagieren und eine Trennung der Fans gewährleisten müssen. Da ein Teil des Waldhof-Anhangs als gewaltbereit gilt, spielt der Sicherheitsaspekt bei Auswärtsspielen der Mannheimer eine große Rolle.

Der FSV hat nun beschlossen, jeglichem finanziellen Risiko aus dem Weg zu gehen, wie Christoph Gramalla, Vorsitzender Fußball des FSV, der „Pforzheimer Zeitung“ am Dienstag sagte: „Im großen Carl-Benz-Stadion zu spielen, wäre für uns auch eine schöne Erfahrung.“ Fahrtkosten in überschaubarer Höhe sind ihm lieber, als Investitionen von mehreren Tausend Euro für einen einzigen Abend. Da die Zuschauereinnahmen zwischen beiden Mannschaften geteilt werden, hätte sich der hohe Aufwand am Ende möglicherweise nicht gelohnt. Das vermutet jedenfalls Gramalla.

Eine andere Strategie als der FSV Buckenberg verfolgte Landesligist ATSV Mutschelbach. Der Dorfverein setzte in den vergangenen Tagen alles daran, den SV Waldhof auf dem eigenen Platz zu empfangen. Auch wenn große Hindernisse zu überwinden waren, am Mittwoch um 19 Uhr spielen die Mannheimer in Mutschelbach.

Die Polizei habe das zunächst ausgeschlossen, erzählt Vorstandsmitglied Jörg Konstandin. Letztlich habe man aber gemeinsam ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Dieses sieht vor, dass 22 gewerbliche Ordner zum Einsatz kommen, und insgesamt 30, die die beiden Vereine stellen. Um die Waldhof-Fans von den übrigen Zuschauern zu trennen, mussten zudem einige Bauzäune aufgestellt werden. Die Ausgaben lägen letztlich deutlich niedriger als zunächst befürchtet, sagt Konstandin. Wenn nun 1000 Zuschauer den Sportplatz füllen, wovon er ausgeht, seien die 3000 Euro wieder eingespielt. Konstandin weist allerdings auf den immensen zeitlichen Aufwand hin, der in Mutschelbach betrieben wurde. „Ich kümmere mich seit Montag vergangener Woche fast um nichts anderes – so etwas machst Du nur einmal.“

Sollte das ATSV-Team die Bemühungen mit einer sportlichen Sensation belohnen, würde sich dass auch auf den FSV Buckenberg auswirken. Der könnte dann doch zu Hause antreten – nämlich gegen Mutschelbach.