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Es waren schon 88. Minuten gespielt zwischen der Karlsruher Sportvereinigung Germania 1887 und dem Fußballverein Sulzbach, da kam es plötzlich zu Tumulten und einer Massenschlägerei zwischen Zuschauern und Spielern. 
Es waren schon 88. Minuten gespielt zwischen der Karlsruher Sportvereinigung Germania 1887 und dem Fußballverein Sulzbach, da kam es plötzlich zu Tumulten und einer Massenschlägerei zwischen Zuschauern und Spielern.  © dpa
30.04.2017

Kreisliga-Tumult: Schiri-Entscheidung führt zu Massenschlägerei

Karlsruhe. „Einige Leute halten Fußball für einen Kampf auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es weit ernster ist.“ Ob Bill Shankley, schottischer Fußballspieler und FC-Liverpool-Trainer der 60er- und 70er-Jahre, dabei an das gedacht hat, was am Sonntagnachmittag in der Kreisliga zwischen der Karlsruher Sportvereinigung Germania 1887 und dem Fußballverein Sulzbach passiert ist, erscheint fraglich. Dort wurde das Match nämlich zur Massenschlägerei.

Fußball soll angeblich die schönste Nebensache der Welt sein. Beim Kreisligaspiel der Sportvereinigung Germania gegen die Sulzbacher war Fußball auf jeden Fall die Nebensache. Was von den 88. Minuten sportlicher Jagd nach dem Ball in Erinnerung bleiben wird, sind die Minuten danach, ist der Tumult auf dem Spielfeld in Karlsruhe. Nein, dieses Mal waren es nicht die Eltern von E-Jugendspielern, die sich ihrer Vorbildrolle nicht bewusst gewesen und wegen einer blutigen Nase ausgerastet sind, sondern ganz normale Zuschauer, die durchdrehten.

Rote Karte, Abseitstor – egal, was es nun konkret war, der Schuldige an dem ganzen Schlamassel war aus Sicht von Spielern und Zuschauern wohl der Schiedsrichter. Nach einer seiner Entscheidungen gab es Zoff auf dem Spielfeld, dann beleidigten mehrere Zuschauer die Spieler, rannten danach aufs Spielfeld und kurz darauf flogen die Fäuste und die Tritte landeten nicht mehr auf dem Ball, sondern auf diversen Körperteilen der wütenden Mischung aus Kickern und Krakeelern.

So richtig übel wurde es dann, als ein 27-jähriger Fußballer der Karlsruher Germania einen Schlag gegen den Kopf erhielt und kurzfristig das Bewusstsein verlor. Er musste umgehend in eine Karlsruher Klinik eingeliefert werden. Wer den Spieler so brutal geschlagen hatte, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Darüber hinaus trugen mehrere Beteiligte an der Schlacht ums Rechthaber-Monopol leichte Verletzungen davon.

Aufgrund der Tumulte auf dem Spielfeld brach der Schiedsrichter die Fußballbegegnung in der 88. Spielminute ab. So richtig friedensstiftend war diese Maßnahme allerdings nicht. Erst die mit zwölf Kräften angerückte Karlsruher Polizei konnte entscheidend zur Schlichtung der Auseinandersetzung beitragen.

Beamte des Polizeireviers Karlsruhe-Marktplatz haben die Ermittlungen aufgenommen und bitten um weitere Zeugenhinweise unter Telefon (0721) 666-3311. Ihnen fällt nun die schwierige Aufgabe zu, die Massenschlägerei chronologisch zu ordnen und die übelsten Prügler ausfinding zu machen. Welches Nachspiel dieses abgebrochene Fußballspiel haben wird, dürfte wohl noch nicht so schnell entschieden werden.