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Lukas Salzseeler (am Ball) führte mit der TGS Pforzheim gegen den TV Hochdorf in der 40. Minute mit sechs Toren Vorsprung. Am Ende wurde es in dieser Drittliga-Partie aber noch mal spannend. Letztlich feierten aber die Wartberger einen 28:26-Heimsieg.  Foto: Ripberger 

Krimi beim Handball: TGS Pforzheim gewinnt gegen Hochdorf

Pforzheim. Mit einem 28:26-Sieg gegen den TV Hochdorf wurde Handball-Drittligist TGS Pforzheim seiner Favoritenrolle gerecht. Dass es aber nach dem 16:12-Pausenstand – vor allem auch nach der 22:16-Führung nach vierzig Minuten – noch zu einem so richtig heißen Samstagabend-Krimi kommen würde, hatten die wenigsten der 650 Zuschauer in der Bertha-Benz-Halle erwartet.

Keine Frage, dass der Sieg der TGS in Ordnung geht, denn die Schützlinge von Michael Rost hatten die gesamte Begegnung über vorne gelegen. Nach der 10:7-Führung fehlte dann aber schon in der ersten Spielhälfte der letzte Biss, um den laufstarken und kampfstarken „Pfalzbibern“ schon frühzeitig den Garaus zu machen. Das lag unter anderem auch daran, dass sich Marco Kikillus, in der ersten Spielhälfte gegen einen hellwachen Roko Peribonio im Hochdorfer Gehäuse dreimal aus aussichtsreichen Positionen Fahrkarten erlaubte. Wesentlich konsequenter im Abschluss präsentierte sich da schon Pforzheims Kapitän Florian Taafel „Dass unser Wohl und Wehe davon abhängt, ob wir Kikillus und Taafel in den Griff bekommen, war uns vor dem Anpfiff klar“, erklärte Hochdorf-Coach Steffen Christmann. Das sei, was Kikillus betrifft, gelungen, so der TV-Trainer. „Weil wir die Stärke der Pforzheimer Abwehr kannten, haben wir unser Spiel von vornherein auf Tempohandball abgestimmt“ verriet Christmann einen weiteren Teil des Hochdorfer Schlachtplans, ohne dabei zu erwähnen, dass der Innenblock der Wartberger am Samstag gar nicht so stabil wie erwartet aufgespielt hat.

Viele Zeitstrafen in Hälfte zwei

Obwohl die Pfälzer nach dem 12:16-Pausenrückstand die Wartberger mit einer 5:1-Deckung, in der der vorgezogene Abwehrspieler zumeist Taafel im Visier hatte, überraschten, bauten jetzt vor allem Lukas Salzseeler und Michal Wysokinski den Vorsprung bis zur 40. Minute auf sechs Treffer (22:16) aus.

Dass der Spielfluss der Pforzheimer dann aber richtig ins Stocken kam, lag auch daran, dass sie nun viele Zeitstrafen kassierten. Nachdem Wysokinski, Roy James und Nicolai Gerstner ihre Zwei-Minuten-Strafen abgesessen hatten, stand das Spiel beim 25:24 in Minute 52 auf der Kippe. Nach einem 3:0-Lauf war bis zur 56. Minute das Schlimmste überwunden. Ein ganz starker Jonathan Binder, der in der Schlussviertelstunde Sebastian Ullrich im Gehäuse abgelöst hatte, besaß entscheidenden Anteil daran. Bei offener Manndeckung der Pfälzer und zwei weiteren Gegentoren, waren die vier verbleibenden Minuten eine harte Prüfung für die TGS. „Wir sind nach der klaren Führung mit sechs Toren in der 40. Minute nicht stabil geblieben“, so Trainer Michael Rost.