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Mann des Tages beim KSC: Daniel Gordon bejubelt hier seinen Treffer zum 2:2 und machte in der Nachspielzeit auch das 3:3 gegen Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler (am Boden).  Foto: dpa/Deck 

Krimi im Wildpark: In der Nachspielzeit erzielt Daniel Gordon den 3:3-Ausgleichstreffer für den KSC

Karlsruhe. Nur sechs Tage nach dem nervenaufreibenden 3:3 beim VfL Bochum nahm der Karlsruher SC seine Anhänger auch im Heimspiel gegen Hannover 96 wieder mit auf eine sportliche und emotionale Achterbahnfahrt, die ebenfalls 3:3 ausging (1:2). Dreimal gingen die Niedersachsen in Führung – das letzte Mal in der dritten Minute der Nachspielzeit. Dreimal glichen die Badener aus – das letzte Mal in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Alois Schwartz bezeichnete deshalb die Moral, den Charakter, sowie die Mentalität seiner Schützlinge als „überragend“ und sagte nach dem sechsten Spiel ohne Niederlage: „Wenn der Gegner in der Nachspielzeit das 3:2 macht, ist man normalerweise nur zweiter Sieger. Diese Mannschaft aber gibt nicht auf. Ich bin stolz, diese Jungs trainieren zu dürfen.“

Mann des Tages auf Karlsruher Seite war Innenverteidiger Daniel Gordon (34), der zum zwischenzeitlichen 2:2 (76.) und dann auch 3:3-Endstand traf und damit den ersten Doppelpack seiner schon langen Karriere ablieferte. Die erste Führung der Gäste durch Hendrik Weydandt (6.), auf dessen Konto auch der das dritte Tor der 96er ging, hatte Marvin Wanitzek mit einem verwandelten Handelfmeter egalisiert (8.). Für Hannovers 2:1-Pausenführung hatte Marvin Duksch gesorgt, der einen an ihm selbst von Damian Roßbach verschuldeten Foulelfer verwandelte (43.).  

„Wenn man dreimal in Führung geht, erwartet man natürlich einen Sieg“, fasste Gästetrainer Mirko Slomka seine Sicht der Dinge zusammen. „Für meine Mannschaft fühlt sich das 3:3 deshalb an, wie eine Niederlage. Aber so ist es ja nicht. Wir haben hier einen Punkt geholt.“ Dem KSC, den er ja auch schon als Cheftrainer unter seinen Fittichen hatte (12/2016 bis 4/2017), sprach Slomka „großen Respekt“ aus. „Wir wussten: Das ist eine Mannschaft mit großer Mentalität. Das hat sie heute wieder unter Beweis gestellt.“

Einen Verlierer aber hatte die abwechslungs- und temporeiche, zweikampfintensive Partie doch. Das war Ron-Robert Zieler. Hannovers Torhüter handelte sich erst wegen Zeitspiels den lautstarken Unmut der KSC-Anhänger und später eine Verwarnung ein (75.). Nach dem 3:3 und einem – allerdings unabsichtlichen – Faustschlag in die Magengrube von Daniel Gordon schickte Schiedsrichter Guido Winkmann den früheren Nationalkeeper mit der Ampelkarte vom Feld (90.+5). Weil Hannover schon dreimal gewechselt, musste Feldspieler Josip Elez für die letzten Sekunden zwischen die Pfosten, aber nicht mehr eingreifen.

Morgen DFB-Pokal

 Für den Karlsruher SC steht schon am Dienstagabend (20.45 Uhr) das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. In der zweiten Runde des DFB-Pokals sind die Wildparkprofis bei ihrem Ligakonkurrenten Darmstadt 98 zu Gast. Im Kampf um Punkte haben die Badener vor dreieinhalb Wochen bei den Hessen 1:1 gespielt.