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Überraschung: Der beim VfB beurlaubte Hannes Wolf erhält den Trainerpreis des deutschen Fußballs. Foto: dpa/Marijan Murat
Überraschung: Der beim VfB beurlaubte Hannes Wolf erhält den Trainerpreis des deutschen Fußballs. Foto: dpa/Marijan Murat
19.03.2018

Kurz nach seinem Aus beim VfB: DFB-Trainerpreis für Hannes Wolf

Der Trainerpreis des deutschen Fußballs 2017 geht an Hannes Wolf. Der 36-Jährige ist der neunte Trainer, der diese Auszeichnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhält. Bisherige Preisträger waren unter anderem Horst Hrubesch, Thomas Tuchel, Hermann Gerland, Christian Streich, Markus Kauczinski und Julian Nagelsmann. Wolf wurde am Montag beim Festakt anlässlich der Beendigung des 64. Fußball-Lehrer-Lehrgangs in Gravenbruch geehrt.

Die Auszeichnung würdigt insbesondere herausragende Leistungen in der Nachwuchsarbeit. Durch seine Erfolge mit der Jugend von Borussia Dortmund war vor anderthalb Jahren der VfB Stuttgart auf Wolf aufmerksam geworden. Die Schwaben führte der junge Trainer 2017 zurück in die Bundesliga, im Januar musste Wolf dann jedoch gehen.

Mit den Dortmunder B-Junioren war er 2014 und 2015 deutscher Meister, 2016 dann mit den A-Junioren. Zur Auszeichnung sagte Wolf: „Das ist eine Anerkennung für unsere Arbeit in den vergangenen Jahren. Ich freue mich riesig, dass das auch von offizieller Seite gewürdigt wird. Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang aber auch, dass ein Trainer niemals alleine erfolgreich sein kann. Das geht nur im Team. Und ich hatte immer starke Wegbegleiter an meiner Seite.“

DFB-Präsident Reinhard Grindel erklärte: „Wir sind uns bewusst, dass die Auszeichnung von Hannes Wolf zu einem untypischen Zeitpunkt erfolgt. Er erhält den Trainerpreis, weil wir von ihm und seiner Arbeit überzeugt sind. Seine Erfolge im Nachwuchs von Borussia Dortmund kann jeder nachlesen, fast noch wichtiger ist, wie häufig es ihm gelungen ist, junge Spieler zu formen und zu entwickeln.“ Der vorzeitige Abgang beim VfB werde den 36-Jährigen sicher nicht von seinem vielversprechenden Weg abbringen: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Hannes Wolf am Beginn einer sehr erfolgreichen Trainerkarriere steht.“

Oliver Bierhoff, DFB-Direktor Nationalmannschaften und Fußball-Entwicklung wies darauf hin, dass Wolf beispielsweise Christian Pulisic und Felix Passlack formte. Auch der Ex-Stuttgarter Antonio Rüdiger, der inzwischen für den FC Chelsea und die deutsche Nationalmannschaft spielt, sei ein früherer Schützling von Wolf. „Besondere Größe hat Hannes Wolf gezeigt, als die Situation beim VfB für ihn immer schwieriger wurde. Er hat nicht seine persönliche Situation, sondern die Mannschaft und den Verein in den Vordergrund gerückt“, betonte Bierhoff.

Als achter deutscher Trainer erhielt der 73-jährige Erich Rutemöller den Ehrenpreis „Lebenswerk“. DFB-Direktor Bierhoff sagte dazu: „Mit Erich Rutemöller verbinde ich viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse, vor allem unseren Erfolg bei der Euro 1996 in England.“ Rutemöller steht nun in einer Reihe unter anderem mit Udo Lattek, Otto Rehhagel, Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld.