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Akrobatik auf höchstem Niveau war bei der dritten Nacht der Emotionen in der Bertha-Benz-Halle geboten. © Ketterl
04.12.2018

Kurzweil auf höchstem Niveau: Nacht der Emotionen in Pforzheim

Es hat sich herumgesprochen, dass die Nacht der Emotionen ein ganz besonderes Ereignis ist. Zum dritten Mal fand das Event in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle statt, zum dritten Mal war die Halle ausverkauft.

Dieses Mal waren die 2000 Karten im Vorverkauf bereits nach nur vier Tagen vergriffen. Und wer ein Ticket für die „Sparkasse Nacht der Emotionen powered by SWP – so der ganz offizielle Name – ergattert hatte, wurde einmal mehr nicht enttäuscht. Der bunte Showmix aus Akrobatik, Artistik und Sport, mit peppiger Musik und einer professionellen Lichtshow garniert, fesselte die Zuschauer gute zwei Stunden lang. Am Ende gab es für die rund 60 Sportler und Akrobaten stehende Ovationen.

Bildergalerie: Akrobatik vom Feinsten bei der Nacht der Emotionen

Akrobatik, Artistik, Sport, Musik, Licht – da fehlt doch noch was. Richtig. Der Humor. Für den waren zum einen zwei richtig aufgeblasene Typen – die Sumo Boys – mit ihrer Trampolinkür zuständig. Vor allem aber brachte am Dienstag Claude Criblez mit seinem Flugzoo die Menschen zum Lachen. Der Schweizer ließ erst einen Fisch schweben. Kam der Silberling den Zuschauern zu nahe, wurde von Criblez beruhigend eingeworfen: „Keine Angst, der will nur spielen.“

Später kam dann noch eine fliegende Katze dazu. „Jetzt ist es eine gemischte Raubtiernummer“, erklärte Criblez. Aus dem Publikum holte er sich nun Michael Keller („Der hat sich spontan gemeldet“) zu Hilfe, der die Katze steuern musste. Dass der blaue Stubentiger unter Kellers Regie zunächst seinen Schwanz und später auch noch den Kopf verlor, ist die eine Sache. Das der Fisch noch die mit der Huschmaschine erzeugten großen Rauchringe durch die Halle jagte, die andere. Die Zuschauer hatten ihren Spaß.

Während Criblez‘ Flugzoo im Schwebemodus war, waren viele der Artisten und Akrobaten im Flugmodus. Das Trio Boytsov mit seinem russischen Barren zum Beispiel. Zwei Mann nehmen den sehr flexiblen Balken auf die Schultern und schleudern den Dritten in die Luft. Der macht dort Salti und Schrauben, wirbelt dazu mit dem Springseil und landet dann zielsicher wieder auf dem Balken. Bis zum dreifachen Salto ging es – das Publikum tobte.

Große Sprünge – im wahrsten Sinne des Wortes – machte auch das Quartett Jump & Roll. Die Moskauer Artisten waren auf Sprungstelzen unterwegs, was ihnen ungeahnte Möglichkeiten beim Abheben verschaffte.

Ganz ohne Hilfsmittel ging es für die vier Breakdancer von Four the Best bisweilen in die Luft. Die akrobatische Darbietung, die in den Ghettos der US-Metropolen entstand, ist eine Mischung aus hochkarätigem Bodenturnen und extravaganten Tanzschritten. Extraklasse waren die Pirouetten im Kopfstand zum Abschluss.

Bei der Vorführung des STV Wettingen machte es die Masse. 30 Turnerinnen und Turnen schwangen sich zum Beginn an sechs parallel aufgehängten Ringepaaren durch die Lüfte, zum Abschluss ging es dann auf der Bodenmatte und auf kleinen Trampolinen rund.

Jede Menge Beweglichkeit

Eher gemächlich im Tempo, aber kaum weniger verblüffend waren die Darbietungen des Handstand-Duos Kvas und der „Schlangenfrau“ Anastasia Alekseyeva. Duo Kvas – das sind jede Menge Muskeln, jede Menge Körperbeherrschung und jede Menge Beweglichkeit. Reine Beweglichkeit ist Anastasia Alekseyeva. Was sich bei ihren Verrenkungen wohl die im Publikum sitzenden Orthopäden gedacht haben?

Es ist ein großes und buntes Programm, das die Nacht der Emotionen bietet. Die 16-fache deutsche Meisterin der Rhythmischen Sportgymnastik, Laura Jung, mit ihren schön choreographierten Darbietungen gehört ebenso dazu wie die elegische Darbietung von Clara Florentine Raffenberg mit dem übergroßen Reifen oder die hochwertigen Turnübungen von Lisa Katharina Hill und Isabelle Marquard (Schwebebalken, Stufenbarren) sowie Jimmy Verbaeys und Michael Wilhelm (Reck).