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Sicher am Ball: Außenangreiferin Vanessa Agbortabi (links) gab den Französinnen meist unlösbare Aufgaben auf, wie hier Amelie Rotar (Mitte) und Clara Saleilles. Foto: Gössele
13.12.2015

Länderspiel in Pforzheimer Bertha-Benz-Halle: Volleyballerinnen begeistern alle

Alle hatten am Sonntag Grund zur Freude nach der Premiere eines Volleyball-Länderspiels in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle: Die deutschen Juniorinnen, die mit 5:0 Sätzen (25:18, 25:21, 25:18, 25:16, 25:20) klar dominierten, die unterlegenen Französinnen, weil auch sie nicht enttäuschten, der veranstaltende TV Brötzingen, weil er über 600 Interessierte angelockt hatte und die Zuschauer, weil sie fünf komplette Sätze sehen durften, obwohl die Partie schon nach drei Sätzen entschieden war.

Eine Premiere erlebte auch Bundestrainer Jan Lindenmair. Schließlich hatte er den U 18-Jahrgang erst nach der Sommerpause übernommen und somit seine erste Chance, den aktuellen WM- und EM-Sechsten international zu testen. „Deshalb hatte das Spiel für mich einen relativ hohen Stellenwert“, sagte er zur PZ, „wenngleich der Gegner noch nicht unser Niveau hat und wir von Anfang Favorit waren. Wir haben konstant gespielt und waren nie gefährdet.“

Bildergalerie: Länderspiel in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle

In der Tat: In keinem der drei für den Sieg entscheidenden Sätze gingen die Französinnen auch nur ein einziges Mal in Führung.

Überragend präsentierte sich vor allem Außenangreiferin Hanna Orthmann (USC Münster), die bei der WM allein 108 Punkte erzielt hatte, während sich Frankreich gar nicht für WM und EM qualifiziert hatte. Stark auch Mittelblockerin Merle Weidt und Zuspielerin Pia Kästner (beide VCO Berlin), wobei Kästner vom gegnerischen Trainer Salvan Philippe als beste Spielerin ausgezeichnet wurde. Erst als Trainer Lindenmair in den Zugabe-Sätzen vier und fünf seiner zweiten Garnitur eine Chance gab, konnten die Französinnen einmal acht Punkte am Stück feiern, ohne jedoch das deutsche Team ernsthaft zu gefährden.

Lob erntete nicht nur die siegreiche Auswahl, sondern auch die oft kritisierte Benz-Halle. „Die Halle ist sensationell. Wir waren völlig baff, als wir reinkamen“, sagte Lindenmair. „Da würden wir gern ein dreiwöchiges Trainingslager ausrichten.“ Das kann Thomas Dörflinger, Ehrenvorsitzender des ausrichtenden TV Brötzingen zwar nicht versprechen, versichert jedoch: „Wir wollen wieder mal ein Länderspiel ausrichten.“ Und das nicht erst in acht Jahren, wie zuletzt in der Fritz-Erler-Sporthalle – ebenfalls gegen Frankreichs Juniorinnen.

Sport-Bürgermeisterin Monika Müller war froh, „dass nun endlich auch die Frauen die Halle erobert haben“, übersetzt von Gerhard Herber, dem Ehrenpräsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis.

Deutschland spielte mit: Vanessa Agbortabi, Aisha Skinner, Merle Weidt, Pia Kästner (alle VCO Berlin), Elisa Lohmann, Gina Köppen, Luise Klein, Sabrina Krause (alle VCO Schwerin), Hanna Ortmann, Pia Leweling, Stella Dreisewerde (alle USC Münster), Sophie Dreblow (SC Potsdam) und Lena Grosse-Scharmann (MTV Stuttgart).