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Die Kirchberg-Jungen feiern den Aufstieg: Trotz einer überragenden Saison machte der 1. FC Ersingen die Meisterschaft in der Kreisliga erst am letzten Spieltag klar. Becker
Die Kirchberg-Jungen feiern den Aufstieg: Trotz einer überragenden Saison machte der 1. FC Ersingen die Meisterschaft in der Kreisliga erst am letzten Spieltag klar. Becker
23.06.2017

Landesliga-Aufsteiger FC Ersingen hofft auf sorgenfreie Saison

Groß war der Jubel nach Noah Reinles Treffer zum 1:0 am letzten Spieltag daheim gegen den FC Germania Singen. Doch dann begann die Zeit des Zitterns. 60 Minuten mussten noch gespielt werden – und es waren verdammt lange 60 Minuten für die Spieler des 1. FC Ersingen.

Singens Keeper Niclas Backs vereitelte mit Glanzparaden zahlreiche Chancen der Gastgeber. Bei einem Unentschieden wäre Ersingen nur Tabellenzweiter geworden, der FV Öschelbronn hingegen Meister.

„Wir wollten aber unbedingt Meister werden, das Ziel hatten wir im März ausgerufen, nachdem wir bis dahin eine überragende Runde gespielt hatten“, blickt Ersingens Erfolgstrainer Stefan Rapp zurück. Ihm, seinem Trainerassistenten Martin Grimm und den Spielern fiel nach dem Schlusspfiff gegen Singen (Endstand 1:0) eine Riesenlast von den Schultern. Auf dem Rasen gab es Halten mehr. Der Wiederaufstieg war geglückt.

Ein Jahr zuvor war das Rapp-Team nach zwei Jahren in der Landesliga als Tabellen-15. wieder in die Fußball-Kreisliga Pforzheim abgestiegen. Und man wollte – wenn möglich – gleich wieder hoch. „Nach einem Abstieg, weiß man allerdings nie, wie man sich wieder in die neue Liga einfindet. Bei uns hat das aber schnell funktioniert, das war schon beeindruckend“, erinnert sich der 34-jährige Coach.

Die Gründe für den Erfolg

Bis zur Winterpause sorgte vor allem Marcello Campisi mit seinen 14 Toren in 13 Spielen für den Ersinger Höhenflug. Danach wechselte der Angreifer zum Landesligisten FV Niefern. Und in Ersingen verteilten sich die Tore fortan auf mehrere Schultern. „Somit waren wir schwer auszurechnen“, nennt Rapp einen Grund, der dann im Titelrennen entscheidend war. Noah Reinle hatte mit seinen erst 20 Jahren am Ende der Runde 14 Treffer auf dem Konto, Jany Philipp und Dominik Zenko jeweils neun, Marius Teuscher sieben. Doch laut Rapp waren vor allem „die tolle Mischung von jungen und erfahrenen Spielern“, das „Glück weniger verletzter Spieler“, die „tolle Entwicklung der Youngsters“ und die „starke Harmonie auf dem Feld“ ausschlaggebend für den Gewinn der Meisterschaft. Nur nach dem zweiten, dritten und achten Spieltag Spieltagen belegte Ersingen nicht den ersten Tabellenplatz.

Und am Schluss der Runde gab es sogar noch das Sahnehäubchen obendrauf. Mit einem 2:1-Finalsieg im Kreispokal gegen den FC Alemannia Wilferdingen holte man sich das Double. Rapp: „Es war die Krönung einer einzigartigen Saison.“

Abfeiern auf Malle

Nach dem Sportfest mit der offiziellen Double-Feier fliegt ein 28-Mann-Tross des FC Ersingen am 30. Juni zum Weiterfeiern nach Mallorca. Nach einer kurzen Erholungsphase bittet Rapp seine Jungs am 13. Juli zur Saisonvorbereitung auf die neue Saison in der Landesliga Mittelbaden.

Das Ziel, ganz klar, heißt Klassenerhalt. „Wir wollen vor allem eine sorgenfreiere Runde spielen“, so Rapp. Nach dem Aufstieg über die Relegation (2013/14) entkam seine Truppe in der darauffolgenden Saison mit Platz zwölf nur knapp dem Abstieg. In der nächsten Saison erwischte es den FCE allerdings mit Rang 15.

Was macht Rapp zuversichtlich, dass seine Elf nicht zur Fahrstuhlmannschaft wird?

„Wir wissen, dass es wieder schwer wird. Die Landesliga wird in der kommenden Spielzeit noch stärker sein als in der abgelaufenen Saison. Doch wir freuen uns darauf. Die Mannschaft bleibt zusammen. Wir müssen einfach konstante Leistungen abrufen.“

Dafür sollen auch die Neuverpflichtungen sorgen. Mit Jan Preiszig (Mittelfeld) und Michael Weber (Abwehr) kommen zwei Leistungsträger vom FC Germania Singen. Für reichlich Torgefahr soll Tobias Ehrismann vom 1. FC Dietlingen (16 Saisontore) sorgen. Anton Augenstein von den A-Junioren des TuS Bilfingen ist ein Mann für die Innenverteidigung.

„Die Landesliga erfordert ein starkes Defensivverhalten und ein gutes Umschaltspiel. Dafür haben wir die passenden Spieler geholt. Wenn alle fit sind, werden wir eine ordentliche Runde spielen“, blickt Stefan Rapp voraus.