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Im Halbfinale besiegte Bashir Ghassemi (links) vom Box-Center Pforzheim seinen Gegner Elias Houssam vom KSC. Im Finale zog Ghassemi jedoch den Kürzeren.  Foto: Becker 
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Pforzheims Glendi Halimi (links) unterlag dem KSCler Arya Scherwin.  Foto: Becker 

Landesmeisterschaften: Box-Center Pforzheim holt Gold und Silber

Pforzheim. Ayhan Isik wirkt nachdenklich, als er am Montag in der Redaktion der „Pforzheimer Zeitung“ vorbeischaut. Allerdings nicht wegen der Leistung seiner Athleten bei den baden-württembergischen Meisterschaften in der Jahnhalle, sondern weil er gerade von der Beerdigung der Box-Trainerlegende Heinz Weishaar kommt. Der Pforzheimer war im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Erinnerungen an den ehemaligen Coach vom Boxring Blau-Weiß Pforzheim waren auch bei den Landesmeisterschaften, die das Box-Center Pforzheim am Wochenende ausrichtete, allgegenwärtig. Vor den Finalkämpfen am Sonntag fand eine Gedenkminute zu Weishaars Ehren statt.

„Er war eine herausragende Persönlichkeit“, sagt Ayhan Isik. 130 Athleten nahmen an den Meisterschaften teil. Der Gastgeber schickte vier Kämpfer in den Ring. Die Ausbeute in den knallharten Duellen: einmal Gold und einmal Silber.

Klare Angelegenheit

Den Titel im Schwergewicht (bis 91 kg) sicherte sich Dejan Pjevac. Der 26-Jährige feierte im Halbfinale gegen Luigi Cippolla (Judo Kan Bretten) einen Punktsieg. Das Finale war dann ein reines Pforzheimer Duell, das Pjevac von Beginn an dominierte. Sein Gegner Jan Kramersmeyer (Blau-Weiß Pforzheim) wurde schon in der ersten Runde angezählt, auch im zweiten Durchgang. Der Ringrichter brach den Kampf dann vorzeitig ab. Pjevac gewann durch technischen K.o.. „Eine ganz starke Leistung“, lobte Isik seinen Schützling.

Weniger Erfolg hatte Bashir Ghassemi im Weltergewicht (bis 69 kg). Der 22-jährige Afghane gewann sein Halbfinale gegen Elias Houssam vom Karlsruher SC klar nach Punkten, im Finale musste er sich dann Mostafa Gharibyar (VfL Sindelfingen) geschlagen geben, wobei Isik mit dem Ergebnis der Punktrichter überhaupt nicht einverstanden war. „Für mich hat Bashir die zweite und dritte Runde klar dominiert“, meint der Box-Center-Coach.

Für seine anderen beiden Athleten Glendi Halimi (19 Jahre, Halbweltergewicht bis 63 kg) sowie Mohamad Sharifi (24, Weltergewicht bis 69 kg) war jeweils nach Punkten im Halbfinale Schluss. Zu Halimi meinte Isik: „Der Junge hat Talent und ein großes Herz, nur die Härte fehlt ihm. Er muss noch ein bisschen im Training kochen.“

Triumph durch Punktsiege

Auch vom Sportclub Pforzheim waren einige Athleten am Start – und das überaus erfolgreich. Vincent Sylvanus holte sich mit einem Punktsieg gegen Nicolaj Colnaric (ESV Stuttgart) den Titel im Mittelgewicht (Klasse C bis 75 kg). Sein Teamkollege Ömer Arslan gewann seinen Finalkampf im Mittelgewicht (B bis 75 kg) gegen Domenik Petranovic ebenfalls nach Punkten.

Chasat Ismail wurde hingegen in seinem Halbfinalkampf (Mittelgewicht C bis 75 kg) gegen Simon Bannat (BC Saulgau) disqualifiziert. Dennis Sanktjohanser (Weltergewicht bis 69 kg) schied schon im Viertelfinale gegen Jamsheed Hotak (BFV Heidelberg) durch technischen K.o. aus.

Rund 400 Zuschauer sahen packende Kämpfe an den drei Tagen in der Jahnhalle. Das Niveau war beachtlich, da auch zahlreiche deutsche Meister im Ring waren. Wann bringt das Box-Center wieder einen deutschen Meister heraus? „Das ist schwer zu sagen“, sagt Isik. „Das Potenzial ist da. Doch für den DM-Titel muss man viel Zeit investieren und man braucht auch die gewisse Härte.“ Isik hat derzeit zehn ambitionierte Kämpfer unter seinen Fittichen.