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Lidia Zentner (rechts), Läuferin aus Pforzheim, hielt nach ihrer Diagnose Eierstockkrebs trotzdem an ihrem Sport fest. 

„Laufen ist mein Lebenselixier“: Warum Lidia Zentner, Läuferin aus Pforzheim, nach  Eierstockkrebs-Diagnose trotzdem am Sport festhält

Pforzheim. Lidia Zentner, Läuferin aus Pforzheim, hielt nach ihrer Diagnose Eierstockkrebs trotzdem an ihrem Sport fest. Der „Pforzheimer Zeitung“ verrät sie, warum.

Frau Zentner, vor gut drei Jahren erhielten Sie die Diagnose Eierstockkrebs, durchlebten Chemotherapie und eine Operation und sind inzwischen wieder genesen. Sie waren davor und sind auch danach eine leidenschaftliche Leichtathletin. Auch während ihrer Behandlung haben Sie am Laufen festgehalten – warum? Für mich ist Laufen mein Lebenselixier. Schon als Kind bin ich gern gelaufen. Mein Gedanke war: Wenn ich laufen kann, wenn ich das schaffe, dann kann ich auch den Krebs besiegen. Andere Leute müssen mit anderen Problemen leben, ich musste eben mit dem Krebs fertig werden. Natürlich war es nicht immer leicht. Die Chemotherapie hatte zum Beispiel Auswirkungen auf meine Nerven. Meine Füße fühlen sich seitdem pelzig an. Selbst wenn ich Socken anhabe, fühlen sie sich an wie eingesperrt. Aber wenn ich meine Laufschuhe anziehe und in den Wald gehe, dann merke ich das nicht mehr. Wenn ich im Wald laufe, dann wird jedes Problem für mich auf einmal ganz klein.

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Was hat Ihr Arzt gesagt, als Sie ihm erklärten, dass Sie so schnell wie möglich wieder laufen möchten? Der sagte: „Wunderbar, sobald die Narben von der Operation verheilt sind, können Sie laufen.“ Natürlich musste ich am Anfang langsam machen, durfte zunächst nur fünf Kilometer laufen – was für mich wenig ist. Aber es wurde jeden Tag besser. Ich habe Freunde gebeten, mich zu begleiten, alleine wollte ich nicht laufen. Ich bin aber auch schon davor nicht gern allein gelaufen.

Was raten Sie Menschen, die wie Sie eine schwere Krankheit diagnostiziert bekommen? Wichtig ist, sich nicht aufzugeben. Man muss es so sehen: Jeder Tag ist kostbar. Man muss das Beste daraus machen. Für mich war das Laufen wie Medizin, mein Sicherheitsventil. Mir ist es nun wichtig, Menschen, die ein ähnliches Schicksal getroffen hat, Kraft zu geben und zu zeigen, dass man trotzdem im Leben weiter Spaß haben kann.

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Anna Wittmershaus

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