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Anfängerin Vanessa Wandt joggt rund um Mühlacker.  Foto: Privat 

Leichter Muskelkater und der innere Schweinehund, der sich ab und an meldet: Vier Läufer berichten über ihre Erfahrungen mit PZ-Aktion "Lauf geht’s"

Pforzheim. Vor über einem Monat startete die „Pforzheimer Zeitung“ das Projekt „Lauf geht‘s“. Das Ziel: Menschen in sechs Monaten fit für einen Halbmarathon zu machen. Michael Kunze, Vanessa Wandt, Carmen Rayker und Isabell Zeltmann geben Einblicke in ihre ersten Wochen mit dem „Lauf geht‘s“-Programm. Alle vier arbeiten beim Projektpartner Volksbank Pforzheim.

Trainingszeiten

Ob feste Tage oder lediglich feste Tageszeiten, das ist bei jedem unterschiedlich. Michael Kunze läuft gern abends. „Ansonsten höre ich auf meinen Körper und trainiere, wenn ich mich gut fühle“, erklärt der 47-Jährige. Seine Kollegin Carmen Rayker hat sich hingegen den Sonntag als festen Trainingstag gesetzt, die restlichen Einheiten passt sie zeitlich an ihre Arbeit an. Vanessa Wandt hat sich vier feste Tage für die unterschiedlichen Trainingseinheiten ausgesucht, drei Lauftage und einen für das Tabata-Training.

„Am Anfang fiel es mir schwer, die drei Laufeinheiten unter einen Hut zu bekommen. Aber mit Organisation und Motivation ist das machbar“, sagt die 23-Jährige.

Auch Isabell Zeltmann hat vier feste Trainingstage, sie bekommt viel Unterstützung aus der eigenen Familie: „Mein Mann räumt mir freie Trainingszeiten ein und ich kann mit ihm meine Ergebnisse besprechen. Oder wir laufen zu dritt und er und unser Nachwuchs feuern mich fleißig an.“

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Carmen Rayker macht auch ihre Mobilisations- und Stabilisationsübungen gern an der frischen Luft. Foto: Privat

Startschwierigkeiten

Auch wenn alle vier von „Lauf geht‘s“ begeistert sind, so gab es beim ein oder anderen in den ersten Wochen doch ein paar Probleme. „Am Anfang hatte ich etwas Interpretationsschwierigkeiten“, gesteht Isabell Zeltmann. „Zum Beispiel stand im Plan „2 x 1 Minute Laufen“. Es gab aber keinen Hinweis darauf, was ich dazwischen machen sollte“, so Zeltmann. Aber dafür fand die 35-Jährige schnell eine Lösung und baute einfach eine Minute Walking dazwischen. Für Vanessa Wandt war es hingegen der Puls, der ihr Probleme bereitete.

„Am Anfang ging es mir um Schnelligkeit. Nach dem die Joggingeinheiten etwas länger wurden, kam ich jedoch schnell an meine Grenzen“, berichtet die 23-Jährige.

Mittlerweile hat sie das Problem aber in den Griff bekommen.

Einen leichten Muskelkater spürt unterdessen Michael Kunze immer mal wieder. „Aber das war auch schon alles“, ist er stolz. Dass er nicht mehr körperliche Beschwerden hat, führt der 47-Jährige auch darauf zurück, dass er von Beginn an mit einem Fitnesstracker mit Pulsmesser gearbeitet hat. „Der meldet sich, wenn ich meinen Maximalpuls überschreite“, sagt Kunze.

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Michael Kunze ist begeistert vom „Lauf geht’s Programm“. Foto: Privat

Durchhänger

Während Carmen Rayker und Isabell Wandt noch keinen Durchhänger hatten, musste Isabell Zeltmann schon mit dem inneren Schweinehund kämpfen.

„Ab und zu brauchte ich den ein oder anderen Schubs, um in die Laufschuhe zu kommen, aber sobald die Sportkleidung angezogen war, hat es dann auch wieder geklappt.“

Auch Michael Kunze kann da mitreden. „Den Durchhänger gibt es immer mal wieder“, sagt der 47-Jährige. „Das kann am schlechten Wetter oder dem bequemen Sofa liegen. Oder einfach dass man abends eine Müdigkeitsphase hat. Da ich immer erst zum Laufen gehe, nachdem ich meine Kinder ins Bett gebracht habe, ist es an manchen Tagen besonders schwer, sich nochmals aufzuraffen.“

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Isabell Zeltmann trainiert fleißig – wie alle derzeit aber allein. Foto: Privat

Austausch

Da aufgrund der Corona-Pandemie gemeinsames Training derzeit nicht möglich ist, fehlt eine wichtige Komponente des „Lauf geht‘s“-Konzeptes. Denn eigentlich wird stark auf das Gemeinschaftsgefühl gesetzt. Nun muss jeder für sich alleine laufen. Das gilt natürlich auch für unsere vier Volksbank-Läufer. Trotzdem sind sie nicht ganz allein. Über die App Strava werden die Trainingsdaten (zum Beispiel Länge der Strecke und benötigte Zeit) mit Kollegen geteilt, die ebenfalls bei „Lauf geht‘s“ mitmachen.

„Mich spornt es an, wenn ich sehe, wie die anderen trainieren und ich finde es wichtig, sich gegenseitig zu motivieren und Tipps zu geben“, sagt Carmen Rayker.

Auch für Vanessa Wandt ist der Kontakt zu den Kollegen sehr wichtig;. „Da ich Laufanfängerin bin, bin ich über jeden Tipp sehr dankbar.

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Anna Wittmershaus

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