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Eng ging es zu  beim Hinspiel zwischen dem FC Nöttingen (Mitte Timo Brenner) und dem SV Waldhof.
Eng ging es zu beim Hinspiel zwischen dem FC Nöttingen (Mitte Timo Brenner) und dem SV Waldhof. © Becker, PZ-Archiv
28.03.2011

Leise Töne vom Nöttingen-Verfolger SV Waldhof Mannheim

NÖTTINGEN/MANNHEIM. Noch hat der FC Nöttingen neun Punkte Vorsprung vor dem SV Waldhof. Doch der Spitzenreiter der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg spürt den heißen Atem des Konkurrenten im Nacken.

Das hat folgenden Grund: Der SV Waldhof hat noch zwei Spiele mehr zu absolvieren, als der FC Nöttingen. Außerdem erwarten die Mannheimer den Kontrahenten am Freitag, 15. April, zum direkten Duell in der heimischen Carl-Benz-Arena. Man könnte sich also recht bald auf Augenhöhe begegnen.

Wer angesichts dieser Ausgangslage kühne Kampfansagen oder forsche Töne aus der Quadratestadt erwartet, ist schief gewickelt. „Es wäre ein Blödsinn, nach oben zu schauen. Wir sind immer noch neun Punkte hinten“, sagt Waldhof-Trainer Reiner Hollich. Ähnlich sieht das die Waldhof-Legende Günter Sebert, Sportlicher Leiter beim Traditionsverein: „Klar deutet einiges auf einen Zweikampf Waldhof – Nöttingen hin. Aber wir sind schon jetzt mehr als zufrieden.“

Man ist bescheidener geworden in Mannheim. Nach dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga musste Günter Sebert vor dieser Saison innerhalb kürzester Zeit eine neue Mannschaft aufbauen. In der stehen viele Spieler aus der eigenen Jugend. Die Mannschaft hat ein Durchschnittsalter von 22 Jahren. Saisonziel war das obere Drittel. Bisher läuft es besser, als erwartet. Auch das Hinspiel in Nöttingen gewannen die Waldhof-Buben mit 2:0. Deshalb sieht Sebert dem Saisonfinale auch recht entspannt entgegen. Der Aufstieg in die Regionalliga ist dieses Jahr kein Muss, sollte aber in der kommenden Saison bewältigt werden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will man in die 3. Liga.

Das ist möglich, weil in den Verein Ruhe eingekehrt zu sein scheint. Zwar hat man nach wie vor mehr als zwei Millionen Euro Schulden. Doch das neue Präsidium unter Präsident Steffen Künster, seit knapp vier Monaten im Amt, hat es offenbar geschafft, das Ruder herumzureißen und das Vertrauen von Fans und Sponsoren zurückzugewinnen. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die drei Tage nach dem Spiel gegen den FC Nöttingen stattfinden wird, will Künster erste Resultat auf dem Wege der Konsolidierung präsentieren.

Auch Nöttingen ganz entspannt

Ebenso entspannt wie der SV Waldhof das Titelrennen ganz offensichtlich angeht, ist die Stimmung in Nöttingen. Nach drei Spielen ohne Sieg analysieren Trainer Michael Wittwer und Vereinschef Dirk Steidl die Lage ruhig und sachlich. „Das Glück, das wir zuvor hatten, ist ein bisschen aufgebraucht. Es war doch klar, dass irgendwann eine Schwächephase kommt. Wir müssen einfach ruhig weiterarbeiten“, sagt Dirk Steidl nach dem mageren 0:0 gegen den FV Illertissen.

Eine Erfolgsmeldung gab es am Wochenende aber doch für den FC Nöttingen: Torhüter Daniel Jilg, stets die Zuverlässigkeit in Person, hat seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 verlängert.