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Die Wende in Nöttingen: Patrick Schwarz (Zweiter von rechts) hat gerade spektakulär getroffen und dreht jubelnd ab, die Nöttinger Spieler sind bedient.  Foto: Hennrich 

Letzte Chance auf Spitzenplatz verspielt - FC Nöttingen unterliegt gegen Göppingen

Remchingen-Nöttingen. Aus und vorbei! Sollte jemand beim FC Nöttingen noch Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Oberliga und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen gehabt haben, so durfte er sie am Samstag begraben. Mit der 2:3 (1:2)-Heimniederlage gegen den 1. Göppinger SV ist das Kapitel Spitzenplätze für die Lila-Weißen endgültig geschlossen.

Dabei hatten es die Gastgeber in der Kleiner Arena vor der Minuskulisse von 293 Zuschauern bei naß-kalter Witterung in der Hand, die Partie für sich zu entscheiden. Doch am Ende gab es – wie schon kürzlich mit dem 0:3 in Friedrichstal – eine unnötige Pleite. „Ich hatte gedacht, wir hätten aus dem Spiel in Friedrichstal gelernt“, grantelte Michael Wittwer nach dem Schlusspfiff. Der FCN-Trainer vermisste einmal mehr die Entschlossenheit im Angriff. „Wir hatten ein Chancenplus von vielleicht 10:4, aber nach Toren stand es am Ende halt 2:3.“

Frühes und spätes Tor

Die Partie hatte für die Gastgeber durch einen von Ricardo di Piazza verwandelten Foulelfmeter in der 2. Minute nach Maß begonnen. Dann dauerte es aber trotz einer Reihe bester Möglichkeiten mehr als 90 Minuten, bis Mario Bilger in der Nachspielzeit das zweite Nöttinger Tor gelang. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie dank der Treffer von Morgan Faßbender (35.), Patrick Schwarz (39.) und Kevin Dicklhuber (64.) aber längst zugunsten der Gäste entschieden.

Linksverteidiger Marco Manduzio wurde bereits in der 1. Minute unfair gestoppt wurde, als er auf der Torauslinie Richtung Göppinger Gehäuse strebte. Der Unparteiische pfiff sofort einen Elfmeter, den Di Piazza sicher zur Führung vollstreckte. „Danach hatten wir fünf, sechs Hundertprozentige. Aber wenn man die nicht macht, schluckt man aus dem Nichts ein Gegentor“, ärgerte sich der Elfmeterschütze nach dem Schlusspfiff.

Nun mag die Zahl der Chancen und die Beschreibung ihre Qualität etwas überzogen berechnet sein, aber die Nöttinger hatten tatsächlich durch Mario Bilger, Eray Gür und Ernesto De Santis gute Möglichkeiten. Gästetorhüter Marcel Schleicher avancierte in dieser Phase zum besten Mann seines Teams.

Die kalte Dusche folgte für Nöttingen auf dem Fuß. Als FCN-Keeper Andreas Dups einen Flachschuss nach vorne prallen ließ, war Michael Renner zur Stelle und bediente Mittelstürmer Morgan Faßbender, der humorlos zum 1:1 vollstreckte. Sehenswert dann das 2:1 für die Gäste, als Patrick Schwarz nach einer zu kurz abgewehrten Freistoßflanke per Scherenschlag traf.

Weitere Chancen vergaben

Die Nöttinger vergaben noch vor der Pause durch Gür und Tolga Ulusoy weitere Möglichkeiten, nach dem Seitenwechsel machten es De Santis und Bilger nicht besser. Auf der Gegenseite zeigte Göppingen, wie es geht. Gnadenlos nutzten die Gäste den Ballverlust von Holger Fuchs, um einen Überzahlangriff mit dem 3:1 durch Dicklhuber abzuschließen (64.).

„Danach hat es der Gegner gut gemacht“, blickte Ricardo Di Piazza auf die letzten 30 Spielminuten zurück, in denen Nöttingen nur noch selten gefährlich vors Tor kam. Am Ende durfte Gästetrainer Gianni Covelli ein zufriedenes Fazit ziehen, nannte den umgesetzten Spielplan, das Spielglück und seinen Torwart als Bausteine für den Auswärtssieg. Weniger glücklich war Michael Wittwer: „Man muss den Ball auch mal mit Wucht und Vollspann ins Tor hauen und notfalls den Torwart mit ins Netz schießen“, lautete sein Rat an das Team.