nach oben
Nur für die TG Saar kann Oleg Verniaiev in dieser Saison an die Geräte gehen. Welche Folgen der Streit um den Ukrainer für die KTV Straubenhardt haben wird, bleibt abzuwarten. Murat
Nur für die TG Saar kann Oleg Verniaiev in dieser Saison an die Geräte gehen. Welche Folgen der Streit um den Ukrainer für die KTV Straubenhardt haben wird, bleibt abzuwarten. Murat
04.03.2014

Manipulationsvorwurf gegen die KTV Straubenhardt

Als die KTV Straubenhardt Anfang Februar ihre Mannschaft für die neue Saison der Deutschen Turnliga (DTL) präsentierte, wurde auch Oleg Verniaiev als Neuzugang gemeldet. Doch um den ukrainischen Turnstar, der auch dem Bundesliga-Konkurrenten TG Saar sein Ja-Wort gegeben hatte, gibt es mächtig Ärger. Es gibt Manipulationsvorwürfe an die Adresse der KTV Straubenhardt. Die Ermittlungen laufen.

Für die DTL steht fest, dass etwas nicht stimmt. Geschäftsführer Ralf Neumann sagt: „Bei der Startkarte von Verniaiev für Straubenhardt waren wichtige Daten manipuliert.“ Und wer hat manipuliert? „Das wissen wir nicht“, sagt Neumann.

Bei der TG Saar ist man sauer auf den Konkurrenten aus Straubenhardt. Der Vorsitzende Thorsten Michels berichtet, man habe den Ukrainer Anfang Januar verpflichtet und eine Startkarte für 2014 unterschreiben lassen. Wenige Tage später habe Verniaiev aber mitgeteilt, er habe ein anderes Angebot und würde lieber für einen anderen Verein turnen. „Welcher Verein das war, haben wir erfahren, als die KTV Straubenhardt ihn als Neuzugang vorstellte“, so Michels.

Und jetzt kommt die Startkarte ins Spiel. Verniaiev hatte eine für den Zweitligisten FC Bayern München für 2013, obwohl er für den Verein nie turnte. Gleichzeitig soll die KTV jetzt eine Startkarte für Verniaiev vorgelegt haben, die für 2013 und 2014 gilt. „Es gab auf jeden Fall Unregelmäßigkeiten“, sagt DTL-Geschäftsführer Neumann. Denn zwei verschiedene Startkarten für ein Jahr darf es nicht geben.

Welche Folgen das hat, ist derzeit noch unklar. Klar ist lediglich, dass Oleg Verniaiev, der vom ehemaligen Straubenhardter Trainer Alexei Grigoriev betreut werden soll, in der kommenden Saison nur für die Saarländer turnen darf. Außerdem liegt bei der DTL ein Misstrauensantrag der TG Saar gegen Heiko Hagenbucher vor. Der Straubenhardter Mannschaftsführer ist bei der DTL in der Liga-Leitung aktiv. „Das ist ein Interessenskonflikt und kann dem Konkurrenten Wettbewerbsvorteile verschaffen“, sagt Thorsten Michels.

Und was sagen die Straubenhardter? Die halten sich vorerst bedeckt. Fördervereinschef Horst Rapp will sich nicht äußern: „Ich war in die Vorgänge nicht involviert.“ Heiko Hagenbucher will sich „zu gegebener Zeit“ äußern: „Offiziell weiß ich von nichts. Ich möchte erst abwarten, was uns die DFL vorlegt.“ Ähnlich sieht es Geschäftsführer Jörg Gänger. Auch er will abwarten, was kommt. Und er sagt: „Wir haben im guten Glauben gehandelt.“ Gänger sagt aber auch: „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, werden wir dafür gerade stehen.“

Geldstrafe oder Punktabzug?

Wie teuer die Sache die KTV zu stehen kommen könnte, weiß niemand. „Wir hatten so einen Fall seit Einführung der Startkarten bislang nicht“, sagt Ralf Neumann von der DTL. Die Liga-Satzung sehe aber Sanktionen von der Geldstrafe bis zum Punktabzug vor. Eine Entscheidung im DTL-Präsidium soll zeitnah fallen. Schließlich startet am 22. März die Liga. „Dann“, so hofft Neumann, „soll der Sport wieder im Vordergrund stehen.“