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Das Objekt der Begierde: Der ukrainischen Turner Oleg Wernjajew. Foto: dpa
Das Objekt der Begierde: Der ukrainischen Turner Oleg Wernjajew. Foto: dpa
11.03.2014

Manipulierte Startkarte: Rekordstrafe für KTV Straubenhardt

Rechtzeitig zum Start der Turn-Bundesliga am 22. März versucht die Deutsche Turnliga (DTL), einen Schlussstrich unter die Affäre um die manipulierte Startkarte des ukrainischen Klasseturners Oleg Wernjajew zu ziehen. Der dreifache deutsche Meister KTV Straubenhardt, der die Manipulation eingestanden hat, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Es ist nach Liga-Angaben die höchste Strafe in der DTL-Geschichte. Eine genaue Summe wurde nicht genannt, Schätzungen gehen aber von einem fünfstelligen Betrag aus.

„Unser Kontrollsystem hat einwandfrei funktioniert“, erklärte DTL-Geschäftsführer Ralf Neumann. Auch ein Punktabzug habe lange im Raum gestanden. Darauf habe man aber laut Neumann aus sportlichen Gründen verzichtet. Die KTV teilte in einer Presseerklärung mit, man habe eingeräumt, „die Startkarte von Oleg Wernjajew zurückdatiert zu haben. Die Straubenhardter erkennen den administrativen Fehler an und haben die von der Deutschen Turnliga ausgesprochene Strafe akzeptiert.“

Von der KTV erklärte Geschäftsführer Jörg Gänger: „Wir haben den Fehler eingestanden. Es tut uns leid. Ich möchte auch offiziell um Entschuldigung bitten.“ Wer bei der KTV für die Manipulation der Startkarte verantwortlich ist, wollte er nicht sagen. „Wir tragen als Vereinsleitung die Verantwortung“, beantwortete er die entsprechende Frage.

Für einen KTVler gibt es aber auch personelle Konsequenzen. Heiko Hagenbucher, der bei der DTL in der Abteilungsleitung Männer für die Erste Liga zuständig war, stellte sein Amt zur Verfügung. Er kam damit möglichen Konsequenzen eines Misstrauensantrages zuvor, den die TG Saar bei der DTL gegen ihn eingereicht hatte. Hagenbucher wollte sich am Dienstag nicht weiter äußern: „Alles, was es zu sagen gibt, steht in der Pressemitteilung.“

Wernjajew hatte am 7. Januar eine Startkarte und einen Zweijahresvertrag bei der TG Saar unterschrieben. Einen Monat später stellte auch die KTV den Ukrainer, der vom ehemaligen Straubenhardter Trainer Alexei Grigoriev beraten wird, überraschend als Neuzugang vor. Und die Schwarzwälder legten eine Startkarte vor, die auf das Jahr 2013 datiert war. Dazu heißt es in der Presseerklärung: „Die KTV datierte im Einvernehmen mit dem Turner die Startkarte zurück, da dieser den Wunsch äußerte, für die Schwarzwälder zu starten, obwohl er bereits eine Startkarte für einen anderen Verein unterzeichnet hatte. Die Straubenhardter hatten bereits im August 2013 eine Vereinbarung mit dem Turner getroffen, dass dieser in der Bundesliga für die KTV starten sollte, was allerdings an einer Sperre des ukrainischen Verbandes scheiterte.“ Deshalb will die DTL nach Informationen der dpa jetzt auch Wernjajews Verhalten überprüfen.

Der Ukrainer wird aber für die TG Saar starten. Das bestätigte der TG-Vorsitzende Thorsten Michels nach einem Telefonat mit dem Turner. Für die Straubenhardter fand Michels harte Worte: „Dass ein Verein soweit geht, um sich mit so unlauteren Mitteln einen Turner unter den Nagel zu reißen, ist schon heftig. Das hat mit Sportlichkeit nichts mehr zu tun.“

Klar ist: Der Schaden für das Ansehen der KTV ist groß. Jetzt hofft man in der Schwarzwaldgemeinde, dass man sich bald wieder auf den Sport konzentrieren kann. Doch zumindest am dritten Liga-Wettkampftag wird das Thema noch einmal hochkochen. Denn am 12. April ist die TG Saar zu Gast in Straubenhardt.