760_0900_118010_GES_H01243074.jpg
In gespannter Erwartung: Markus Kuster hat vom KSC und der Region bereits viele positive Eindrücke, noch ist aber nicht klar, ob er in der neuen Saison zwischen den Pfosten steht.  Foto: Prang/GES 

Markus Kuster will Torwart Uphoffs schweres Erbe antreten – Wird er die neue Nummer eins beim KSC?

Karlsruhe. Er ist ein Modellathlet. Auf 194 Zentimeter Größe verteilen sich 90 Kilogramm Muskelmasse. Markus Kuster, der als Neuer beim KSC die neue Nummer eins im Tor werden will. Für den SV Mattersburg hat der 26-Jährige in Österreichs erster Liga 152 Spiele absolviert.

Von KSC-Torwarttrainer Markus Miller bekommt der „Ösi“ Lob: „Markus hat sehr gute Reflexe, bringt im Gesamtpaket, das einen Torwart auszeichnet, sehr, sehr viel mit.“ Kusters Aufgabe ist allerdings anspruchsvoll. Er kam, um die Nachfolge von Benjamin Uphoff als Stammkeeper der Badener anzutreten. „Uppi“ war über Jahre hinweg die Nummer eins, nun zog es ihn zum Erstligisten SC Freiburg.

Sport regional

Karlsruher SC gehen die Spieler aus - In Unterzahl im Testspiel gegen 1. FC Saarbrücken

Miller traut dem 26-Jährigen viel zu. „Er bewegt sich auf seinem sehr guten Niveau, hat ja in Österreich schon lange in der ersten Liga gespielt. Aber er kann sich punktuell verbessern. Das ist sehr interessant“, sprudelt es aus „Killer-Miller“ nur so heraus. Dann die Ergänzung zum „Mensch“ Kuster: „Er ist ein sehr reflektierter Typ, sehr bodenständig, authentisch – er hat gute Charaktereigenschaften.“

"Ich wollte den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen. Ich will mich beim KSC beweisen, haue mich in jedem Training voll rein, damit der Trainer mir eine Chance gibt. Natürlich würde ich freuen zu spielen – und wenn sich der Trainer auf mich als Nummer eins festlegen würde."

Markus Kuster

Kuster hört es gerne, bleibt aber zurückhaltend, als er kommentiert, was Miller mit „punktuell verbessern“ meint: „Dass es in jedem Bereich etwas gibt, was man verbessern kann. Ich bin in einem guten Torwartalter, kann noch einiges dazulernen. Ich hatte gute Gespräche mit Markus. Das war auch ein Grund für die Entscheidung pro KSC. Und das Training mit ihm macht enorm Spaß.“ Genauer will er auf Stärken und Schwächen, ob die im Fußballerischen oder in der Strafraumbeherrschung liegen, nicht eingehen.

Sport regional

Stürmer im Mittelpunkt des KSC-Kader-Puzzles: Torgarant Philipp Hofmann liebäugelt mit Abschied aus Karlsruhe

„Das sollen andere beurteilen. Wichtig ist für mich: Mit dem Trainer- und dem Torwartteam verstehe ich mich sehr gut. Das ist nicht selbstverständlich, aber beim KSC passt es gut. Marius Gersbeck und ich puschen uns, das ist ein positiver Konkurrenzkampf.“ Kuster denkt nicht unbedingt, dass er die bessere Ausgangsposition hat: „Von Vorsprung weiß ich nichts. Das kann ich nicht beurteilen. Aber: Marius ist schon länger hier. Ich wollte den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen. Ich will mich beim KSC beweisen, haue mich in jedem Training voll rein, damit der Trainer mir eine Chance gibt. Natürlich würde ich freuen zu spielen – und wenn sich der Trainer auf mich als Nummer eins festlegen würde.“

Wunsch nach ruhigerer Saison als zuletzt

Ziele, persönlich und für den Club, hat Kuster einige. „Das Team steht im Vordergrund. Ich will dazu beitragen, dass wir eine ruhigere Saison als zuletzt erleben, dass wir von Anfang an hinten in der Tabelle weg sind.“ Und persönlich: „Schnell hier ankommen, schnell gute Leistungen bringen und sich schnell an das Niveau gewöhnen. Natürlich ist Deutschland auch fußballerisch ein ganzes Stück größer als Österreich …“   Mattersburg sei nun mal ein kleines Städtchen. „Da ist sogar Malsch, wo ich im Moment wohne, größer. Karlsruhe hat über 300 000 Einwohner, das ist eine ganz andere Dimension. Trotz der Corona-Beschränkungen habe ich bemerkt: Der KSC hat coole, richtig tolle Fans, die machen richtig gute Stimmung. Wenn dann das neue Stadion fertig ist – super. Das Medieninteresse hier ist größer. Das Gesamtpaket hier ist größer als in Mattersburg

Sport regional

Gegen diese Gegner starten der Karlsruher SC und der VfB Stuttgart in die neue Saison

Mit Christoph Kobald und Marco Djuricin stehen weitere „Ösis“ im Kader. „Christoph kannte ich nicht, aber wir waren schon gemeinsam essen. Mit Marco habe ich in der U-21-Nationalelf Österreichs gespielt. Neben Marco sitze ich in der Kabine. Es ist sehr hilfreich, wenn man bei einem neuen Verein jemand kennt, jemand hat, der einem unterstützt. Aber die ganze Mannschaft ist sehr sympathisch, das sind alles coole Typen. Alle – auch Markus Miller – helfen mir bei der Wohnungssuche.“

Karlsruhe und Umgebung sehr reizvoll

Kuster macht permanent zusätzliche Einheiten. „Vor dem Training arbeite ich individuell, mobilisiere, erwärme die Muskulatur. Natürlich gehe ich oft in den Kraftraum. Direkt nach dem Mannschaftstraining lasse ich mir oft noch Bälle auf das Tor schießen. Ich übe, lange Bälle zielgenau zu spielen. Dann heißt es: Regeneration.“ In der wenigen Freizeit ist er gern mit seiner Freundin unterwegs: „Ich schaue mir gerne neue Orte an. Karlsruhe und Umgebung sind sehr, sehr reizvoll.“

Sport regional

SC Freiburg holt den ablösefreien Ex-KSC-Torhüter Benjamin Uphoff