Markus Miller (Archivbild von 2011) will als Torwartrainer die Keeper des Karlsruher SC besser machen.
Markus Miller (Archivbild von 2011) will als Torwartrainer die Keeper des Karlsruher SC besser machen. 

Markus Miller will als Torwartrainer die Keeper des KSC besser machen

Waidring/Österreich. Die Beschaulichkeit der Kitzbüheler Alpen rund um den idyllisch gelegenen Trainingsplatz des SK Waidring täuscht ein wenig über die harte Arbeit hinweg. Immer wieder drischt Markus Miller im Trainingslager des Karlsruher SC Bälle auf das Tor, um die Keeper des Zweitliga-Aufsteigers zu schulen. Er sei eher der Typ, der Dinge einfach halten wolle, sagt der neue Torwarttrainer der Nordbadener und Nachfolger von Kai Rabe. „Ich versuche, meinen Stil durchzuziehen. Authentisch zu sein, das ist für mich das Wichtigste“, sagt der 37-Jährige.

Dieses Auftreten hat wohl auch dazu beigetragen, dass er kürzlich beim Trainingsauftakt im Karlsruher Wildpark von den Fans am meisten gefeiert wurde. Klar, da sind auch die 183 Bundesliga- und Zweitligaspiele, bei denen er zwischen 2003 und 2010 selbst zwischen den Pfosten stand. Als Elfmetertöter erwarb er sich den Beinamen „Killer-Miller“ – und bei den Fans einen Kultstatus.

Doch da war auch die mentale Erschöpfung, wegen der er sich 2011 während seiner Zeit bei Hannover 96 in stationäre Behandlung begab – und öffentlich über sein Leiden sprach. Der Klinikaufenthalt war für ihn „elementar wichtig. Ich habe mich in diesen elf Wochen besser kennengelernt, als manch Erwachsener das wohl in seinem ganzen Leben schafft“, sagt Miller, der den Burnout erfolgreich überwand. Nun ist er zum KSC zurückgekehrt, um an der Seite von Cheftrainer Alois Schwartz zu helfen, den Club in der 2. Fußball-Bundesliga zu halten.

Auch bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag schlug dem Rückkehrer große Sympathie entgegen. „Das war wie im Film“, erinnert sich Miller. Er sei ein bisschen zu spät gekommen und habe sich daher auf seinen Platz schleichen wollen. „Plötzlich fingen alle an zu jubeln. Ich dachte erst, der Präsident stünde am Rednerpult und wolle etwas sagen“, erzählt er. Aber die Begeisterung galt Miller. „Ich war ehrlich geflasht. Dass einem so viel Herzlichkeit und Offenheit entgegenschlägt, das ist schon etwas Besonderes.“

Als Spieler sei er früher im Training „teilweise bescheuert überehrgeizig“ gewesen. Er habe immer noch mehr gewollt – und musste das mit dem Burnout bezahlen. Mit Spaß, erkannte er dann, lerne man viel schneller, meint er heute. Das will er nun auch als Trainer vermitteln.

„Klar sind wir im Leistungssport. Da kann man nicht die ganze Zeit Eier schaukeln. Aber ich versuche, vieles zu relativieren, meine Erfahrungen an die Torhüter weiterzugeben und sie vorzubereiten, was auf sie zukommt“, sagt er. „Es ist am Ende eine große Schauspielerei auf großer Bühne. Du hast die Hosen voll, sollst aber trotzdem vor 80 000 spielen. Da musst du funktionieren. Aber für das Wie gibt es kein Patentrezept.“

Aber selbst wenn er über die Jahre ein Auge für Körperhaltung, Gestik und Mimik entwickelt hat: „Hineinschauen in Köpfe kann auch ich nicht. Wenn einer nicht will, dass Du erfährst, dass es ihm nicht gut geht, dann wirst du es auch nicht erfahren“, erklärt Miller. Manchmal helfe es aber schon, einfach mal nur zuzuhören.

Die Entscheidung, nach Karlsruhe zurückzukehren, sei nicht nur eine für die Familie gewesen, sondern auch für den KSC und dessen Umfeld. „Natürlich hat keiner eine Glaskugel. Aber wenn alle an einem Strang ziehen, dann ist das ein Verein, der richtig geil im Kommen ist. Die Bedingungen, die steigenden Mitgliederzahlen, das neue Stadion“, schwärmt der frühere Torwarttrainer der deutschen U15-Junioren. Es sei eine Ehre, nun wieder ein Teil dieser Entwicklung zu sein.

Trainer Alois Schwartz ist jedenfalls froh über den speziellen Neuzugang: „Er kommt von hier, er kennt hier jeden Stein. Es ist mir auch wichtig, dass jemand eine gewisse Ernsthaftigkeit und eine gewisse Lebensfreude mitbringt, auch Loyalität. Ich glaube, das verkörpert er schon.“

KSC holt Lukas Grozurek

Lange hat der KSC nach einem schnellen, torgefährlichen Außenbahnspieler gesucht. Jetzt ging alles ganz schnell. Lukas Grozurek wird in den Wildpark kommen. Der 1,88 Meter große, schnelle und technisch versierte Österreicher kann Links- und Rechtsaußen spielen. Grozurek wird von Sturm Graz, wo er bis 2021 unter Vertrag steht, für die nächste Saison an den Zweitligaaufsteiger ausgeliehen. Mit der Verpflichtung von Grozurek seien die Transferaktivitäten des KSC zunächst abgeschlossen, heißt es aus Kreisen der Sportlichen Leitung.