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24.09.2017

Maßlos enttäuscht: Schwacher Karlsruher SC gewinnt zu Hause gegen Erfurt

Karlsruhe. Das – aus Karlsruher Sicht – Gute vorneweg: Der Karlsruher SC ist in der 3. Liga zu Hause weiterhin ungeschlagen und hat im fünften Spiel vor dem eigenen Publikum gestern den dritten Sieg eingefahren – mit 2:0 (1:0) gegen den zuvor punktgleichen FC Rot-Weiß Erfurt. Viel mehr Positives konnten auch die größten KSC-Anhänger unter den knapp 10 000 Zuschauern der Partie gegen die als Abstiegskandidat gehandelten Thüringer nicht abgewinnen.

Denn das, was Ersatzkapitän David Pisot, der reguläre Mannschaftsführer Kai Bülow ist verletzt, und seine Mitspieler fünf Tage nach dem guten, aber 0:1 verlorenen Spiel in Aspach zu bieten hatten, war größtenteils ein fußballerisches Gewürge.

„Wir haben nach einer Stunde das Fußballspielen eingestellt“, meinte KSC-Trainer Alois Schwartz nach dem Spiel. „Keiner weiß, warum. Vielleicht war das auch den zwei Englischen Wochen hintereinander geschuldet.“ Der KSC absolvierte gegen Erfurt immerhin sein fünftes Spiel innerhalb von 16 Tagen. Jedenfalls „mussten wir bis zum Schluss zittern“, räumte Schwartz ein.

„Ab der etwa 55. Minute haben wir nicht mehr richtig Fußball gespielt“, bedauerte Sportdirektor Oliver Kreuzer. „Dann hätte in jeder Szene ein Gegentor fallen können. Wir haben das aber mit Glück und Können verhindert und praktisch mit dem Schlusspfiff das 2:0 erzielt.“

Unter den Augen des früheren KSC-Trainers Winfried Schäfer und von Dubravko Kolinger, der den Oberligisten FC Nöttingen trainiert, den Viertelfinal-Gastgeber des KSC im badischen Vereinspokal (Mittwoch, 4. Oktober), enttäuschten die Schützlinge von Trainer Alois Schwartz spielerisch maßlos.

Der KSC hatte zwar schon früh zwei gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Aber weder Anton Fink von halblinks nach einem katastrophalen Fehlpass der Gäste (3.) noch der noch 19-jährige Florent Muslija (11.) von halbrechts konnten Erfurts Schlussmann Philipp Klewin überwinden. Dass die Wildparkprofis nach 45 Minuten 1:0 vorne lagen, hatten sie Gästespieler Andre Laurito zu verdanken. Der Innenverteidiger der Gäste fälschte eine Hereingabe von Jonas Föhrenbach von links weit vor dem eigenen Tor so unglücklich ab, dass sich der Ball über und hinter seinem machtlosen Torhüter ins RWE-Gehäuse senkte (17.).

RWE traute sich nach dem Seitenwechsel etwas mehr zu. Der KSC baute weiter ab. Deshalb mussten die einheimischen Zuschauer bis bis zum Schluss um den dritten Heimsieg bangen. Denn erst Sekunden vor dem Ende der dreiminütigen Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Fabian Schleusener das 2:0 für die KSCler. Zuvor wäre der Erfurter Ausgleich möglich gewesen.