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Gute Freunde: Antonio Roccá Vives (FC Barcelona, links) und der Pforzheimer Max Lud, der in der D-Jugend des Karlsruher SC spielt. Foto: Gössele
Gute Freunde: Antonio Roccá Vives (FC Barcelona, links) und der Pforzheimer Max Lud, der in der D-Jugend des Karlsruher SC spielt. Foto: Gössele
26.07.2015

Max Lud vom Karlsruher SC und Antonio Roccá Vives vom FC Barcelona: Eine außergewöhnliche Freundschaft

Der eine stammt aus dem Arlinger und spielt in der D-Jugend des Karlsruher SC. Der andere trägt das Trikot des FC Barcelona und trainiert in der weltberühmten Nachwuchs-Akademie „La Masia“. Zusammen setzen Max Lud und Antonia Roccá Vives gerade zu Zeiten, in denen ausländerfeindliche Tendenzen auch im Enzkreis deutlich zu spüren sind, mit ihrer Fußball-Freundschaft ein besonderes Zeichen. Vor drei Jahren haben sich die heute 13-Jährigen bei einem Turnier im ostwestfälischen Verl kennengelernt. Max Lud stand damals beim KSC zwischen den Pfosten und kassierte ausgerechnet in der letzten Spielminute noch das 0:1 – Torschütze: Antonia Roccá. „Anschließend haben wir gemerkt, dass wir auf derselben Wellenlänge liegen“, sagt Max Lud.

Und der Barca-Junior ergänzt: „Es war in diesem Spiel wahnsinnig schwer, ein Tor gegen Max zu schießen.“ Seither pflegen die beiden Nachwuchskicker ihre außergewöhnliche Freundschaft mit ihren Familien.

2013 war das gesamte KSC-Team auf Einladung des FC Barcelona in Katalonien und durfte dort auch einen Rundgang durchs Stadion „Camp Nou“ und „La Masia“ machen. Zurzeit läuft der Gegenbesuch in Pforzheim und Birkenfeld, weil in Karlsruhe keine geeigneten Möglichkeiten gefunden werden konnten. „Die Reise musste langfristig geplant werden. Und weil zu dieser Zeit noch nicht feststand, ob der KSC an diesem Wochenende ein Heimspiel hat und das Wildpark-Gelände nicht zur Verfügung steht, sind wir lieber auf Nummer sicher gegangen“, bekennt Markus Lud.

Der Vater von Max und Inhaber einer Elektro-Firma organisierte kurzerhand ein internationales Turnier beim FC Birkenfeld im Erlachstadion. Und während des 1. „Max-Antonio-Cups“ vor rund 300 Zuschauern zeigten neben dem KSC und einer kunterbunt gemischten Auswahl des FC Barcelona auch die D-Jugendlichen des AS Nancy (Frankreich), des SC Freiburg und der TSG 1899 Hoffenheim ihr Können. „Die haben Pässe gespielt, die nicht mal meine B-Jugend-Kicker hinkriegen“, schwärmt der Birkenfelder Jugendleiter Peter Eisele von den Talenten aus den Profi-Clubs.

Einen kleinen Schönheitsfehler hatte die Sache allerdings: Weil Antonio Roccá derzeit an einer Entzündung an der Patellasehne im Knie leidet, durfte er auf ärztliche Anordnung nicht gegen den Ball treten. Und dabei gilt der 13-jährige Katalane, der vor kurzem sogar ein Angebot von Real Madrid erhalten hat, als großes Barca-Talent. „Er hat Rotz und Wasser geheult, als er beim ersten Spiel zwar mit der Mannschaft eingelaufen ist, aber nicht spielen durfte“, schildert Markus Lud die traurige Szene. Dafür hütete sein Sohn – stolz wie Bolle – während des gesamten Turniers das Tor des FC Barcelona. Da war es auch zu verschmerzen, dass die Katalanen, stark ersatzgeschwächt, mit drei mageren Zählern auf dem Konto lediglich Rang vier belegten. Den Turniersieg holte sich der KSC (10 Punkte, 12:0 Tore), der den FC Barcelona mit 4:0 bezwang. Dahinter folgten die Teams aus Hoffenheim und Freiburg. Letzter wurde der AS Nancy, der keine Partie im stark besetzten Teilnehmerfeld gewinnen konnte.

„Uns gefällt es sehr gut in Deutschland. Auf der Autobahn darf man viel schneller fahren als in Spanien. Nur manchmal ist es hier etwas zu kalt“, betont Miguel Roccá Vives, der Vater von Antonio, der die Reise mit 38 Teilnehmern gesponsert hat. „Es geht bei dieser Sache vor allem darum, dass Kinder und Eltern ihren Spaß haben“, sagt Markus Lud. Gedanklich plant er bereits den nächsten Gegenbesuch in Barcelona. Denn schließlich müssen beide Väter noch ein Versprechen einlösen. Und zwar, dass Max und Antonio irgendwann gemeinsam in einer Mannschaft spielen.