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Voller Einsatz: Stuttgarts Steven Zuber (links) im Zweikampf mit Hoffenheims Andrej Kramaric. Foto: Sommer/dpa
Voller Einsatz: Stuttgarts Steven Zuber (links) im Zweikampf mit Hoffenheims Andrej Kramaric. Foto: Sommer/dpa
17.03.2019

Mehr Lust im Abstiegskampf: Zuber macht VfB Stuttgart froh und Hoffenheim sauer

Hoffenheim. Neue Freunde hat sich Steven Zuber bei der TSG 1899 Hoffenheim mit seinem Tor nicht gemacht. Zum einen dämpfte der von der TSG an den VfB Stuttgart verliehene Schweizer durch seinen Treffer zum 1:1-Endstand die Europa-Hoffnungen der Kraichgauer in der Bundesliga. Zum anderen zog er den Unmut der Hoffenheimer Fans auf sich.

Nachdem Zuber den Ball am Samstagnachmittag versenkt hatte, rannte er jubelnd in Richtung des Hoffenheimer Fanblocks. „Nicht ganz so glücklich“ fand TSG-Trainer Julian Nagelsmann diese Aktion. Das sei aber überhaupt nicht gegen die Jungs von Hoffenheim gedacht gewesen, verteidigte sich Zuber beim TV-Sender Sky: „Ich stand einfach da.“

Schmähgesänge der Fans

Das Verständnis war aber auch bei den mitgereisten Gäste-Anhängern gering. Zuber wurde mit Schmähgesängen verabschiedet, und sollte er im Sommer wie derzeit vorgesehen zurückkehren, könnte der Empfang möglicherweise interessant werden. Nach dem Spiel seien Missverständnisse aber direkt ausgeräumt worden, teilte ein TSG-Sprecher am Sonntag mit, denn: „Er war nach der Partie in unserer Kabine und hat auch den Austausch mit Trainer Julian Nagelsmann und Manager Alexander Rosen gesucht.“ Überrascht dürften die Verantwortlichen aber von Zubers Trefferquote sein.

Fünf Tore hat Zuber seit seinem Wechsel zu den Stuttgartern im Winter erzielt – und damit fünf mehr als zuvor in der Hinrunde für die TSG. „Er ist ein Top-Profi, der uns belohnt mit seinen guten Leistungen“, sagte VfB-Coach Markus Weinzierl. Die in Hoffenheim aber nicht für einen Stammplatz gereicht hatten. In einigen Hinrunden-Partien hatte der 27-Jährige nicht mal im Kader der TSG gestanden. Er habe auf dieser Position viel Personal, sagte Nagelsmann.

Beim VfB Stuttgart dagegen könnten sie momentan kaum glücklicher sein mit ihrem Neuzugang. Seit Zuber da ist, zählt er genauso wie die anderen beiden Neuzugänge Alexander Esswein und Ozan Kabak zum Stammpersonal der Schwaben. Alle drei sind dank ihres Einsatzes maßgeblich am langsamen Aufschwung der Schwaben beteiligt. Und Zuber avancierte mit seinen nun fünf Toren innerhalb kürzester Zeit zum zweitbesten VfB-Torschützen in dieser Spielzeit. Nur Ex-Nationalstürmer Mario Gomez hat einen Treffer mehr. „Irgendwie ist das auch kein Zufall. Wenn ich auf den Trainingsplatz schaue, ist Steven Zuber der, der am längsten trainiert“, sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. „Ich glaube, dass er ein sehr, sehr gutes Beispiel dafür ist, was man erreichen kann, wenn man an sich arbeitet.“

Seine Arbeit setzt Zuber in den nächsten Tagen nun erst mal mit dem Nationalteam fort. In der Qualifikation für die EM 2020 tritt er mit der Schweiz am Samstag in Georgien an, drei Tage später geht es in Basel gegen Dänemark. Danach will er wieder im Trikot des VfB wieder das zeigen, was in Hoffenheim zuvor oft verborgen geblieben ist. „Ich habe schon ein paar Mal erwähnt, dass in mir sehr viel Tatendrang schlummert“, sagte Zuber. „Ich bin froh, dass der endlich mal raus kann.“