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Die VfB-Flaute zehrt an den Nerven des Trainers: Markus Weinzierl klagte vor den Stuttgarter Journalisten nun, ihm fehle manchmal der Respekt. So wütend hatte man ihn seit seinem Amtsantritt noch nicht erlebt. Foto: dpa
Die VfB-Flaute zehrt an den Nerven des Trainers: Markus Weinzierl klagte vor den Stuttgarter Journalisten nun, ihm fehle manchmal der Respekt. So wütend hatte man ihn seit seinem Amtsantritt noch nicht erlebt. Foto: dpa
VfB-Mann Santiago Ascacibar (links) spuckte in Richtung von Leverkusens Kai Havertz. und war von Schiri Tobias Stieler kaum zu beruhigen. Foto: Murat
VfB-Mann Santiago Ascacibar (links) spuckte in Richtung von Leverkusens Kai Havertz. und war von Schiri Tobias Stieler kaum zu beruhigen. Foto: Murat
17.04.2019

„Mir fehlt der Respekt“: VfB-Trainer Weinzierl wehrt sich gegen Vorwürfe

Stuttgart. Markus Weinzierl hatte darauf gewartet. Auf die Frage nach der Spuck-Attacke seines Spielers Santiago Ascacibar, der vom DFB-Sportgericht für sechs Wochen gesperrt wurde. Dass er in diesem Zusammenhang habe lesen müssen, er habe die Spieler nicht im Griff, „da ist dann irgendwann Schluss“, zürnte der 44-Jährige. „Bin ich schuld daran, wenn ein Spieler über die Grenze schlägt und jemanden anspuckt? Bin ich schuld daran, wenn wir vorne die Tore nicht machen?“, fragte der Coach des VfB Stuttgart. „Mir fehlt generell, nicht nur jetzt, der Respekt. Mir fehlt der Respekt vor der Position des Trainers.“

Beim 0:1 gegen Bayer 04 Leverkusen am Samstag hatte der Argentinier in Richtung von Nationalspieler Kai Havertz gespuckt. Diese Szene steht sinnbildlich dafür, wie angespannt die Situation beim Drittletzten der Fußball-Bundesliga ist. Auch für Weinzierl spitzt sich die Lage vor dem richtungsweisenden Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu. „Augsburg ist Weinzierls letzte Chance“, titelten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“.

Wie sehr dem 44-Jährigen die prekäre Lage zusetzt, zeigte sich gestern: Derart wütend hatte man Weinzierl während seiner nun rund sechs Monate bei den Schwaben noch nicht erlebt. Irgendwann reiche es, betonte er. „Ich bin überhaupt nicht dünnhäutig. Aber in so einer Situation muss man sich als Trainer auch mal wehren. Es ist einfach Fakt, dass der Trainer nicht an allem schuld ist.“ Wo er gelesen hatte, er habe seine Spieler nicht im Griff, ließ er offen. Ironisch fragte er im Rückblick auf die WM 1990: „Ist der holländische Trainer damals schuld gewesen, dass Frank Rijkaard Rudi Völler anspuckt?“

Nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg vor eineinhalb Wochen hatte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger gesagt, es gemeinsam mit Weinzierl durchziehen zu wollen. Für Weinzierl war das ein klares Bekenntnis: „Ich traue den Worten meines Sportvorstands.“ Ob die Schwaben auch bei einer Niederlage in Augsburg am Trainer festhalten, müsste sich aber erst zeigen. Für einen Umschwung hat Weinzierl in bisher 22 Spielen als VfB-Coach nicht gesorgt. Im Gegenteil: Aus den vergangenen 14 Bundesliga-Spielen holte der VfB lediglich einen Sieg. Der FC Augsburg auf Rang 14 hat bisher sieben Punkte mehr, der FC Schalke 04 als 15. sechs. „Dass da jetzt die Luft brennt, ist mit einem Blick auf die Tabelle klar.“, sagte Weinzierl daher noch.