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Die Abwehr von Außenseiter Mühlhausen stand gut, doch kurz vor der Pause konnte Dennis Oehler (Zweiter von rechts) das 1:0 köpfen. Das reichte seinen Ötisheimern zum Finalsieg bei Mühlackers 43. Stadtturnier.
Im Spiel um Platz 3 setzte sich Viktoria Enzberg (links Moritz Kirschbaum) gegen die Sportfreunde im Elfmeterschießen durch. Fotos: Fotomoment/Kohler
28.07.2015

Mühlacker Stadtpokal der Fußballer wandert für ein Jahr nach Ötisheim

Mühlacker-Großglattbach. Erst zum zweiten Mal hat der TSV Ötisheim Mühlackers Stadtturnier gewonnen. Bei der 43. Auflage im Feld setzte sich der Mitfavorit im Finale am Montag in Großglattbach gegen die Überraschungsmannschaft des TSV Mühlhausen mit 1:0 durch. Das entscheidende Tor köpfte kurz vor der Pause der auf 2 x 30 Minuten angesetzten Partie Dennis Oehler. Bisher waren die Ötisheimer, die traditionell am Turnier der Fußball-Teams der Senderstadt teilnehmen, nur 1982 erfolgreich gewesen.

Mühlhausen trug sich in der frühen Phase des Turniers zweimal in die Siegerliste ein (1974 und 1977). Dieses Mal allerdings wäre es eine große Überraschung gewesen, hätte der Club, der in der vergangenen Saison noch in der untersten Spielklasse (Kreisliga C 5 Enz/Murr) zu finden war, alle Konkurrenten hinter sich gelassen. Alleine, dass Mühlhausen das Finale erreichte und auf dem Weg dahin in vier Spielen, das heißt über 160 Minuten, ohne Gegentreffer blieb, war bemerkenswert. Seinen Teil zum Erfolg trug als Mühlhausens Trainer Michael Horntrich bei. Der ist übrigens Schweizer, hat also eine Ahnung davon, wie sie die Kleinen unter den Großen behaupten.

Im Finale legte Mühlhausen erwartungsgemäß großen Wert auf die Verteidigung. „Aus dem Spiel heraus werden sie es wohl nicht schaffen können“, sagte vor der Partie Sascha John, der Coach des Stadtturnier-Dritten FC Viktoria Enzberg. Er ging also davon aus, dass Mühlhausen das Tor erneut sauber halten wollte, um seine Chance wie beim 4:2 im Halbfinale gegen die Sportfreunde im Elfmeterschießen zu suchen.

Vor 400 Zuschauern machte A-Ligist Ötisheim im Finale das Spiel, allerdings blieb der Ball immer wieder in der Abwehr hängen. So hielt Mühlhausen lange das 0:0 und aus Ötisheimer Sicht schien die Angelegenheit auch eine Frage der Nerven zu werden.

Kurz vor der Pause fällt das Tor

„Da wirst du verrückt, hey“, raunte Ötisheims Kapitän Marco Keller, der beim 1:0 im Halbfinale gegen Enzberg das entscheidende Tor erzielt hatte, als der Finalgegner gegen Ende der ersten Hälfte einmal mehr einen Angriff abblocken konnte. Immerhin sprang für Aize in dieser Szene eine weitere Ecke heraus. Die brachte Keller von rechts herein, Sekunden später stand es dann 1:0, weil Dennis Oehler den Ball per Kopf wuchtig in die Maschen beförderte (28. Minute). Mühlhausens neuer Torhüter Dennis Schöffler (bisher Sportfreunde) war ohne Chance.

In der zweiten Hälfte wurde der Außenseiter aktiver. Viel mehr als ein gefährlicher Flachschuss sprang aber nicht heraus. So konnte Yannik Jensen im Ötisheimer Tor gar nicht recht zeigen, warum ihn die acht Trainer zum besten Schlussmann des Turniers gekürt hatten. Genau wie bei der Wahl zum besten Spieler, die Stürmer Marcel Bauer aus Mühlhausen gewann, war die Stimmabgabe ohnehin schon am Sonntag erfolgt. Ötisheim hatte in der zweiten Hälfte des Endspiels noch ein, zwei Konterchancen. Letztlich aber reichte das 1:0, um kurz nach 21 Uhr jubeln zu können.

Während Titelverteidiger TSV Phönix Lomersheim und Vorjahresfinalist Enzberg dieses Mal zusehen mussten, war der Schiedsrichter derselbe wie 2014: Florian Reinke vom VfR Sersheim wurde nicht nicht allzu sehr gefordert. Ihm zur Seite standen Bahri Muharemi (TSV Wiernsheim) und Tobias Lochmüller. Dank Lochmüller, der das Spiel um Platz drei pfiff, war am letzten Turniertag eine Beteiligung des TSV Phönix zu verzeichnen, obwohl sich Lomersheims Team nach der Vorrunde verabschiedet hatte.

Das kleine Finale ging nach einem 2:2 direkt ins Elfmeterschießen, in dem die Sportfreunde gegen den A-Liga-Konkurrenten Enzberg mit 1:4 das Nachsehen hatten. Für die vorzeitige Entscheidung zugunsten des FC Viktoria sorgte Tobias Scheider.