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Wird die richtigen Worte finden: Coach Dubravko Kolinger. Foto: PZ-Archiv, Becker
13.08.2017

Munterer Pokalkampf trotz frühem Doppelschock - Nöttingen unterliegt Bochum

Am Ende trafen sich die Nöttinger noch einmal zum Kreis, direkt vor der Haupttribüne, von der ein warmer Applaus auf sie niederging. Verloren, ja, aber ordentlich verkauft. Das ist die Hauptsache, wenn man als Oberligist und krasser Außenseiter im DFB-Pokal gegen die Profis antritt. 2:5 (0:2) stand es nach 90 munteren und unterhaltsamen Minuten im Karlsruher Wildparkstadion gegen den Zweitligisten VfL Bochum.

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0:2 nach 150 Sekunden

Als sich die Nöttinger noch einmal im Kreis trafen, waren sie sicherlich auch ein Stück weit erleichtert. Denn das Spiel hatte aus Sicht der Hausherren ganz übel begonnen. Schon nach 40 Sekunden zappelte der Ball zum ersten Mal im Nöttinger Netz, nach 150 Sekunden bereits zum zweiten Mal. Fast mühelos, so schien es, hatten Görkem Saglam und Lukas Hinterseer getroffen. „Das Spiel war ja schon beendet, ehe es richtig begonnen hatte“, brachte Dirk Schuster, Ex-Profi (KSC) und Ex-Bundesliga-Trainer (Darmstadt, Augsburg) die Sache auf den Punkt.

Bildergalerie: Fc Nöttingen verliert mit 2:5 gegen den VfL Bochum

Dem FCN drohte ein Debakel. Doch der Oberligist schüttelte sich, verdaute den doppelten Schock schnell und kämpfte sich ins Spiel zurück. „Wir wussten, dass wir die Mentalität haben, um nicht auseinanderzufallen“, sagte Kapitän Timo Brenner hinterher. Was dann folgte, konnte sich aus Nöttinger Sicht tatsächlich sehen lassen. Zwischen der 15. und der 65. Minute bot der Außenseiter dem Zweitligisten Paroli, spielte frech nach vorne, verkürzte gar durch einen an Ernesto de Santis verursachten Elfmeter, den Brenner humorlos ins Bochumer Tor drosch.

Kein Wunder, dass sein Trainer später zufrieden war. „Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich gegen einen Zweitligisten aus der Bredouille gekämpft hat“, sagte Dubravko Kolinger. Sein Kollege Ismail Atalan war zwar mit dem Ergebnis zufrieden, nicht aber mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft phasenweise gespielt hatte: „Wir haben nach zehn, zwölf Minuten das Fußballspielen eingestellt. Das Pressing und Gegenpressing hat nicht funktioniert“, so der Bochumer Coach, dem auch der Anschlusstreffer nicht geschmeckt hatte.

Hinterseer jodelt drei rein

Umso mehr gefiel ihm wie seine Mannschaft „sofort reagiert hat“. Lukas Hinterseer, Neffe von Volksmusikstar Hansi Hinterseer, jodelte den Nöttingern mit feinen Einzelleistungen zwei weitere Treffer rein. Der Drops war gelutscht. Beim folgenden Schaulaufen durfte noch Mario Bilger mit einem feinen Freistoß-Schlenzer glänzen, Hinterseer bereitete auf der Gegenseite noch Bochums fünften Treffer durch Jannik Bandowski vor. Auch da war FCN-Keeper Andreas Dups machtlos. Mit einigen schönen Paraden hatte er weitere Gegentreffer verhindert.

„Schade, wenn die Nöttinger das 1:2 länger halten, geht vielleicht was“, blickte Dirk Schuster zurück. FCN-Chef Dirk Steidl war letztlich zufrieden, trotz der Abwehrfehler, die ihm zu denken gaben. „Aber den Zuschauern hat es gefallen“, blickte der FCN-Chef auf das Spiel mit sieben Toren zurück. Da wollte niemand widersprechen.