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01.10.2017

Nach 0:2 in Meppen: Karlsruher SC wartet weiter auf Auswärtssieg

Meppen. Präsident Ingo Wellenreuther und Geschäftsführer Helmut Sandrock verließen den Ort des Geschehens eine Viertelstunde vor Abpfiff. Zu diesem Zeitpunkt lag der badische Fußball-Drittligist Karlsruher SC bereits mit 0:2 (0:0) gegen SV Meppen zurück. Das Ergebnis sollte bis zum Ende Bestand haben – auch weil SVM-Keeper Eric Domaschke in der Nachspielzeit eine Kopfballchance von Daniel Gordon mit einem tollen Reflex zunichte machte.

Schon kurz nach Anpfiff stockte den 600 KSC-Fans der Atem, denn es hätte nicht viel gefehlt und der Aufsteiger wäre auf kuriose Art und Weise in Führung gegangen. Nach einem langen Ball aus der Meppener Hälfte stürmte Karlsruhes Keeper Benjamin Uphoff aus seinem Tor, verpasste den Ball aber um Haaresbreite. Meppens Benjamin Girth blieb am Ball und versuchte, das Leder über den zurückstürzenden Schlussmann zu heben. Doch Uphoff konnte den Ball gerade noch vor der Linie mit einer artistischen Einlage abwehren (8.).

Insgesamt war der KSC nach einer mauen Anfangsphase im ersten Durchgang dennoch das bessere Team, vor allem spielerisch waren die Badener überlegen. Allerdings zeigten sich im letzten Drittel zu oft die altbekannten Karlsruher Defizite. Bis kurz vor die Strafraumgrenze kombinierten die Gäste gefällig, doch der finale Pass oder der Abschluss ließen zu lange auf sich warten. Nur einmal, in der 35. Minute, gelang ein zielstrebiger und konsequent durchgeführter Angriff. Prompt wurde es gefährlich: Finks Direktabnahme strich am Pfosten vorbei. Fabian Schleusener hatte den Angreifer zuvor schön in Szene gesetzt.

Kurz nach dem Wiederanpfiff dann der erste Schock für den KSC, Meppen lag plötzlich mit 1:0 vorne: Nico Granatkowski hatte nach Zuspiel von Marius Kleinsorge einfach abgezogen und profitierte bei seinem Schuss davon, dass Kollege Girth, dem der Treffer auch gutgeschrieben wurde, den Ball noch abfälschte – ansonsten hätte Uphoff wohl noch parieren können (51.). Doch es sollte noch dicker kommen für den KSC. Nach einer Granatkowski-Flanke brachte Marius Kleinsorge noch die Fußspitze an den Ball und traf zum 2:0 (61.). Matthias Bader, der eigentlich eng am Schützen war, sah in dieser Szene nicht gut aus. Fataler war aber der Ballverlust von Lorenz, der dem Treffer vorangegangen war: „Verdammt ärgerlich“, fand Lorenz seinen Bock. „Wir wussten, dass Konter das Einzige sind, was Meppen richtig gut kann, und dann laden wir sie dazu ein.“

Kurz darauf verschoss Anton Fink einen Foulelfmeter, den Schiedsrichter Benedikt Kempkes nach einem Foul von Fabian Senninger an Lorenz verhängt hatte (64.). Der schwache Schuss war eine leichte Beute für Domaschke, dessen Team kurz darauf sogar noch einen Treffer durch Girth erzielte, der wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde. Wieder hatte sich der KSC klassisch auskontern lassen.

In den letzten zehn Minuten standen dann mit Fink, Dominik Stroh-Engel und Oskar Zawada drei Angreifer auf dem Platz. Und dennoch hatte KSC-Trainer Alois Schwartz völlig Recht, als er nach dem Schlusspfiff die fehlende Entschlossenheit seiner Offensivkräfte monierte: „Wir haben jetzt zehn Tore aus elf Spielen. Das ist einfach viel zu wenig.“