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Nur nicht abheben und außerdem die Balance halten, das heißt es für Marvin Wanitzek und den KSC.  Foto: PZ-Archiv/Ripberger 

Nach 4:2 in Zwickau: Aufstiegschance für KSC zum Greifen nah

Karlsruhe. Der Karlsruher Tross hatte nach dem 4:2 beim FSV Zwickau eigentlich nur ein Problem: Zu vehement durften sie sich nach dem vor allem offensiv tadellosen Spiel nicht auf die Schulter klopfen. Selbstzufriedenheit ist schließlich nicht das richtige Signal, um in den letzten drei Drittligaspielen der Saison die Spannung hochzuhalten.

Doch was gab es an diesem Auftritt zu kritisieren? Defensiv hatte man den alles andere als enttäuschenden Sachsen nicht viele Freiräume gewährt, und vorne fielen vier Tore. Fabian Schleusener (19. Minute), Marvin Pourié (36.) und Anton Fink (80.) trafen aus dem Spiel heraus, lediglich dem 1:3 durch Kai Bülow (60.) ging eine Ecke von Marvin Wanitzek voraus. „In puncto Zielstrebigkeit und Effizienz waren wir heute stark“, sagte Bülow. Zwickaus Christoph Göbel sah das ähnlich. Der Mittelfeldmann fand, der KSC sei „die beste Mannschaft“ gewesen, „die in dieser Saison hier gespielt hat.“

Sehr gute Chance auf Platz drei

Da der ärgste Konkurrent um Platz drei, Die Fußballer des SV Wehen Wiesbaden, am Samstag bei Hansa Rostock gepatzt hatte, hat der KSC nun drei Zähler Vorsprung auf die Hessen. Karlsruhe hat es somit in der Hand, Mitte Mai bei den Relegationsspiele gegen den Zweitliga-16. dabei zu sein. Selbst wenn die Konkurrenz alle Spiele gewinnt, kann sich der KSC in den ausstehenden Partien gegen den SC Paderborn, den VfR Aalen und den FC Carl Zeiss Jena immerhin ein Remis leisten.

„Wir müssen jetzt voll konzentriert in die Partie gegen Paderborn gehen“, forderte Verteidiger Daniel Gordon. „Auch wenn sie bereits aufgestiegen sind, wollen sie sich sicher keine Wettbewerbsverzerrung vorwerfen lassen. Das Spiel heute hat uns Rückenwind gegeben.“ Zumal der KSC mit der Erkenntnis nach Hause fuhr, dass das Team in der entscheidenden Phase der Saison auf eine zusätzliche Offensivkraft bauen kann. Marvin Pourié hatte nach seinen beiden Treffern im Landespokal-Halbfinale gegen Waldhof Mannheim (4:0) den Vorzug vor Fink bekommen und zeigte in Zwickaueine starke Partie. Der Hüne, der Ende Januar aus dem dänischen Randers gekommen war, behauptete vorne viele Bälle, harmonierte bestens mit Schleusener und arbeitete gut nach hinten mit. „In Skandinavien hat er wegen der Winterpause drei Monate keine Spielpraxis gehabt, deshalb hat es ein bisschen gebraucht“, erklärte Trainer Alois Schwartz: „Ich hoffe, er kann in den restlichen Spielen noch wichtig für uns werden.“

Fink ein vorzüglicher Joker

Am Montag sandte allerdings auch Fink das Signal aus, dass mit ihm zu rechnen ist – ob als Stammkraft oder als Joker, der in der Schlussphase neuen Schwung bringt. In Zwickau gelang ihm das prächtig, als er nach tollem Zuspiel von Schleusener seine Schusstechnik ausspielte und scharf und platziert ins lange Eck traf. Als FSV-Coach Torsten Ziegner die „brutale Effektivität und enorme individuelle Klasse in der Karlsruher Offensive“ lobte, dürfte er alle drei Offensiven gemeint haben: Pourié, Schleusener, der seinen 17. Saisontreffer schoss und Fink, der nun auch schon derer acht auf dem Konto hat.