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Beim TVP hofft man auf die Rückkehr des lange verletzten, pfeilschnellen Tafadzwa Chitokwindo.   Jürgen Keller
Beim TVP hofft man auf die Rückkehr des lange verletzten, pfeilschnellen Tafadzwa Chitokwindo. Jürgen Keller
27.10.2017

Nach Auswärtsspiel bei NSU treffen sich die Rugby-Giganten TV Pforzheim und Heidelberger RK

Pforzheim.  Für den TV Pforzheim werden die nächsten Tage zur Standortbestimmung in der Rugby-Bundesliga Süd/West. An diesem Samstag, 14 Uhr, tritt der TVP beim starken Aufsteiger Neckarsulmer SU an. „Das wird nicht leicht“, schätzt TVP-Coach John Willis. Noch schwerer aber wird die Aufgabe für die Pforzheimer „Rhinos“ am Mittwoch, 1. November im heimischen SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen.

Dann wird um 14 Uhr der DM-Finale-Klassiker der vergangenen Jahre angepfiffen. Der Vizemeister empfängt Meister Heidelberger RK.

 „Nach dem nicht optimalen Auftritt in Heusenstamm wollen wir beim Aufsteiger Neckarsulmer SU wieder konzentrierter zur Sache gehen. Dort erwartet uns ein hoch motivierter Gegner, der uns vor eine echte Herausforderung stellen wird“, wirft John Willis einen respektvollen Blick auf das Auswärtsspiel des Tabellenvierten beim –sechsten. „Das wird ein harter Kampf, den man mutig annehmen muss. Blaue Flecken sind hier vorprogrammiert“, glaubt Willis. Aber noch feilt man in Pforzheim an den Routineabläufen und an der mannschaftlichen Geschlossenheit.

Verlieren ist für den TVP verboten, denn der SC Frankfurt 1880 als Tabellendritter dürfte wohl daheim gegen den ungeschlagenen HRK verlieren, was den TVP bei einem hohen Sieg Punktgleichheit mit dem SCF bescheren könnte. So sehr die „Rhinos“ einen Sieg bei der NSU benötigen, so gering sind die Chancen, am kommenden Mittwoch gegen den HRK zu punkten.

Seit dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2011 war der TVP immer der härteste Gegner des Serienmeisters. Mit einer Ausnahme lautete das deutsche Rugbyfinale seit dem Aufstieg TVP – HRK. Beide Mannschaften haben national das Rugby dominiert. 2016 konnten die Pforzheimer erstmals den DM-Titel gewinnen. Zuvor schon durfte der TVP eine Meisterschaft im 7er-Rugby feiern und in diesem Jahr auch den DRV-Pokal gewinnen. In der vergangenen Saison konnte der TVP daheim das Bundesliga-Hinrundenmatch gewinnen.

Ein erneuter Sieg wäre allerdings eine Überraschung. Der Vizemeister musste vor dem Saisonstart zahlreiche Spielerabgänge hinnehmen, hatte anfangs zu ängstlich, zu unkonzentriert gespielt und schon zwei Niederlagen einstecken müssen. Beim HRK hat man dagegen mit viel Geld mächtig aufgerüstet, um international mithalten zu können. Aktuell scheinen die Heidelberger unschlagbar zu sein. Aber Angst scheint das TVP-Coach Willis nicht sonderlich zu machen. Sein Lieblingsspruch vor dem Spiel: „Im Rugby ist immer alles möglich.“ Auf jeden Fall dürfen die Zuschauer im Gigantenduell im SüdwestEnergie-Stadion deutsches Rugby vom Feinsten und auf höchstem Niveau erwarten.

Vielleicht steht dann auch wieder der verletzte Willians Portillo zur Verfügung, der in Neckarsulm noch nicht wieder spielen soll. Viele Fans hoffen aber auch, dass der seit dem gewonnenen DRV-Pokalfinale gegen Frankfurt verletzte Tafadzwa Chitokwindo wieder auflaufen kann. Er hatte mit seinem schnellen Sprint in der letzten Minute des DM-Finales 2016 den entscheidenden Versuch zum Sieg des TVP gelegt. Damals hatten die schnellen Pforzheimer Vorstöße die Heidelberger müde gemacht. Ob das am kommenden Mittwoch noch einmal gelingt?

Auch wenn gegen den übermächtigen HRK eine Niederlage kein Beinbruch wäre, muss der TVP dennoch in den nächsten Spielen darauf achten, keine Punkte mehr zu verschenken. In der Rückrunde müssen Frankfurt und die RG Heidelberg geschlagen werden, denn gegen beide Teams gab es in der Hinrunde Niederlagen. Aktuell sieht es so aus, als sei die vor allem mit 7er-Rugby-Nationalspielern gespickte RGH das größte Hindernis, um am Ende der Saison auf Platz 2 zu landen. Als Tabellenzweiter der Bundesliga Süd/West würden die Pforzheimer in die Endrunde zur deutschen Rugbymeisterschaft einziehen – und dort spielten sie ununterbrochen seit dem Bundesliga-Aufstieg 2011.

7. Bundesliga-Spieltag - Samstag 28.10.

SC Frankfurt 1880 - Heidelberger RK (14 Uhr)

Neckarsulmer SU - TV Pforzheim (14 Uhr)

RK Heusenstamm - RG Heidelberg (14 Uhr)

SC Neuenheim - TSV Handschuhsheim (16.30 Uhr)

Bundesliga-Nachholspiel - Mittwoch, 1. November

TV Pforzheim – Heidelberger RK (14 Uhr)

Rugby-Bundesliga Süd/West

Spiele

Punkte

+ / -

1

RG Heidelberg

5

25

+120

2

Heidelberger RK

4

20

+361

3

SC Frankfurt 1880

6

20

+1

4

TV Pforzheim

5

15

+72

5

TSV Handschuhsheim

6

15

-71

6

Neckarsulmer SU

5

9

-35

7

RK Heusenstamm

6

5

-144

8

SC Neuenheim

5

2

-304