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Rob May
Rob May
09.10.2017

Nach Kantersieg gegen SC Neuenheim: War das wieder der alte TV Pforzheim?

Pforzheim. Nach dem doch etwas müde und stellenweise lustlos wirkenden Spiel des TV Pforzheim beim SC 1880 Frankfurt am vergangenen Dienstag war Wiedergutmachung vom Team des deutschen Rugby-Vizemeisters angesagt. Zu viele individuelle Fehler, zu wenig Laufbereitschaft, zu wenig Kreativität und Inspiration hatten nach der 12:31-Niederlage für Diskussionsbedarf im Team gesorgt. Der Motivation schienen die Gespräche gedient zu haben, denn beim SC Neuenheim ließ der TVP von der ersten Minute an nichts anbrennen und siegte überraschend hoch mit 93:3.

War das schon der alte TV Pforzheim, der seit dem Aufstieg 2011 in die Rugby-Bundesliga stets ganz weit vorne um die Meisterschaft mitgespielt hat? Das werden wohl erst die nächsten Spiele gegen stärkere Gegner zeigen, denn der SCN scheint in dieser Saison einen Platz im Tabellenkeller der Rugby-Bundesliga Süd/West abonniert zu haben. In den vergangenen Jahren endeten die Ausflüge zum Heidelberger Stadtteil-Club eher in hart umkämpften Matches, in denen es lange Zeit eng zuging. Am vergangenen Sonntag jedoch drückten die Pforzheimer „Rhinos“ sofort aufs Gaspedal. 46:0 stand es zur Halbzeit. So viel Punkte hatte der TVP zuvor noch in keinem Spiel über die volle Distanz geschafft.

Doch der Meister von 2016 gönnte sich keine Pause und legte in der zweiten Hälfte noch einmal 47 Punkte nach. Die Neuenheimer, die am vergangenen Dienstag dem starken Aufsteiger Neckarsulmer SU knapp unterlegen waren, blieben in allen Bereichen harmlos. Der schon in Frankfurt in den Gedrängen und Paketen bärenstarke Sturm demonstrierte auch beim SCN seine Dominanz. Vier Versuche von Rob May und drei Versuche von Tim Kasten deuten an, wie sehr auf die starken Männer Verlass war. Manasah Sita bewies wieder alte Stärken in Schnelligkeit und Wendigkeit und sprintete zu drei Versuchen. Mit von der Partie war auch der in Frankfurt noch wegen seines Münchner Turniereinsatzes im 7er-Rugby-Nationalteam pausierende Carlos Soteras-Merz, der 9 von 15 Erhöhungskicks verwandeln konnte.

Gelingt es dem TVP, den Schwung und die neu gewonnene Lust am Rugby aus dieser Partie zu zementieren und die wachsende mannschaftliche Geschlossenheit weiter voranzutreiben, könnten die Pforzheimer nach dem schlechten Saisonstart bald wieder vorne mitspielen. An den amtierenden Meister und durch zahlreiche Neuverpflichtungen auf europäisches Top-Niveau empor gehobenen Heidelberger RK wird der TVP sicherlich nicht heranreichen, aber Platz zwei wäre nach einer weiteren Leistungssteigerung noch machbar. Damit verbunden ist die Teilnahme am Halbfinale der Deutschen Rugby-Meisterschaft. Und da spielte der TVP seit dem Aufstieg mit schöner Regelmäßigkeit mit. --- uh ---

TVP-Versuche: Rob May (4), Manasah Sita und Tim Kasten je 3, Ben Soper (2), Luke Wakefield, Samj Harris und Ali Sürer je 1

TVP-Erhöhungskicks: Carlos Soteras-Merz (9 von 15)

Das nächste Bundesligaspiel des TVP: Samstag, 21. Oktober, 14 Uhr, RK Heusenstamm – TV Pforzheim

Das nächste Heimspiel des TVP im SüdwestEnergiestadion, Rattachweg in Pforzheim-Eutingen: Mittwoch, 1. November, 14 Uhr, TV Pforzheim – Heidelberger RK

4. Spieltag Rugby-Bundesliga Süd/West

TSV Handschuhsheim

0:92

Heidelberger RK

Neckarsulmer SU

12:54

RG Heidelberg

RK Heusenstamm

17:30

SC Frankfurt 1880

SC Neuenheim

3:93

TV Pforzheim

Rugby-Bundesliga Süd/West nach 4 Runden

1

Heidelberger RK

20

+361

2

SC Frankfurt 1880

19

+64

3

RG Heidelberg

15

+9

4

TV Pforzheim

10

+46

5

Neckarsulmer SU

9

-25

6

TSV Handschuhsheim

5

-100

7

SC Neuenheim

1

-234

8

RK Heusenstamm

0

-121