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Der eine ging, der andere musste beim KSC bleiben: Reinhold Yabo (rechts) und Enrico Valentini gehen seit Beginn der Saison getrennte Wege. Foto: Wittek
Der eine ging, der andere musste beim KSC bleiben: Reinhold Yabo (rechts) und Enrico Valentini gehen seit Beginn der Saison getrennte Wege. Foto: Wittek
09.09.2015

Nach Relegation drohte beim KSC der Spieler-Ausverkauf

Karlsruhe. Dem Karlsruher SC drohte der Ausverkauf! Nach der tollen Saison der Badener mit dem unglücklichen Scheitern in der Relegation standen 13 (!) Wildparkprofis auf den Einkaufszetteln anderer Vereine, wie erst jetzt bekannt wurde. Daneben war klar, dass Ray Yabo den KSC verlassen wird.

Den meisten finanziellen Verlockungen konnten die KSC-Bosse widerstehen. Doch als für Philipp Max von Augsburg 3,75 Millionen Euro an Ablöse geboten wurde, da wurde man im Wildpark schwach, gab den Linksverteidiger schweren Herzens ab. Auch die drei Millionen-Offerte vom englischen Zweitligisten FC Burnley für Torjäger Rouwen Hennings durchbrach die KSC-Abwehr-Schallmauer. Jannick Dehm scheute den Konkurrenzkampf, wollte unbedingt zum Hoffenheimer Regionalligateam. Man ließ ihn ziehen.

Auf Wunsch des KSC wurden Ilian Micanski, Jungbin Park und Philipp Klingmann abgegeben. Jetzt wurde bekannt: Die tolle Saison der Badener weckte Begehrlichkeiten. Fast die komplette Stammelf stand auf den Wunschzetteln anderer Clubs.

Auch für Enrico Valentini, Manuel Torres, Jonas Meffert, Daniel Gordon, Manuel Gulde, Hiroki Yamada und selbst Nachwuchsmann Pierre Fassnacht gab es lukrative Offerten. „Ich gebe dazu keine detaillierten Auskünfte“, sagt Sportdirektor Jens Todt zu dieser Liste.

An Mittelfeldmann Jonas Meffert hatte der HSV Interesse. Den Innenverteidiger Manuel Gulde (23) wollte ein englischer Zweitligist über den Kanal locken. Weil dies öffentlich wurde, sagt Todt dazu: „Das ist korrekt. Es gab aber auch für andere unserer Spieler Angebote aus der ersten Liga. Wir haben aber – bis auf Max und Hennings – immer nein gesagt.“ Wichtig sei gewesen, trotz der verlockenden Angebote den Kern der Mannschaft zusammen zu halten. „Und das ist uns gelungen.“

Ein gutes flatterte für Enrico Valentin in den Wildpark. Um welchen Club es sich handelte, war im Wildpark nicht zu erfahren. Man munkelt, der FC Schalke 04 und Mainz 05 hätten den Allrounder gerne gehabt. Dass aus der arabischen Region erneut ein Angebot für Hiroki Yamada kam, bestätigt Todt. Zudem gab es eine Anfrage für Manuel Torres. Die Interessenten sollen der 1. FC. Köln und die Berliner Hertha gewesen sein. Wer den im Moment verletzten Innenverteidiger Daniel Gordon verpflichten wollte – war nicht zu erfahren.

Dass der eine oder andere Akteur sauer ist, dass er nicht gehen durfte – ist nicht unwahrscheinlich. Ist es möglich, dass der schlechte Saisonstart auch darauf basiert, dass manch einer nicht mehr voll auf den KSC konzentriert ist? Todt diplomatisch: „Wenn man den Aufstieg so knapp verpasst und dann die Chance in die erste Liga zu wechseln nicht wahr wird, hat man unter Umständen daran zu knabbern. Aber das ist Schnee von gestern. Wir sind alle darauf fokussiert, mit dem KSC erfolgreich zu sein.“