nach oben
Torhützer Sascha Rausch wurde von seinen Mitspielern besonders gefeiert.
Torhützer Sascha Rausch wurde von seinen Mitspielern besonders gefeiert. © Ripberger
Der FC Nöttingen hat das Pokalfinale gewonnen.
Der FC Nöttingen hat das Pokalfinale gewonnen. © Ripberger
23.05.2012

Nach Sieg im Pokalfinale hofft FCN auf Bayern im DFB-Pokal

Weder Sieger-Shirts noch Bierduschen hatte der FC Nöttingen vor dem Finale im BFV-Pokal gegen die Spvgg Neckarelz vorbereitet. Und doch waren es die so lange erträumten Bilder lila-weißer Freude, die am Mittwochabend auf dem Fußballplatz des FC Bammental dominierten: Trainer Michael Wittwer, der Abwehrmann Dubravko Kolinger vor Freude fast zu Boden riss.

500 Nöttinger Fans, die sich in den Armen lagen. Und FCN-Schlussmann Sascha Rausch, der den Anhang zur La-Ola-Welle bat. Diese hatte er sich verdient: Mit zwei Paraden im Elfmeterschießen, das 4:3 (0:0, 0:0) endete, sicherte er den Remchingern vor insgesamt 2500 Zuschauern den Pokalsieg.

„Nöttingen bebt“

„Die Jungs haben eiserne Nerven gehabt“, freute sich Coach Wittwer nach dem Spiel: „Sie haben es sich verdient, der Verein hat es sich verdient, die Ehrenamtlichen haben es sich verdient.“ Ähnlich euphorisch wie der Fußballlehrer jubelte auch Dirk Steidl. „Heute Nacht bebt Nöttingen“, versprach der Vorstandsvorsitzende.

Ehe seine Spieler zur Jubelsause ansetzen konnten, hatten sie sich durch 120 intensive Minuten gekämpft. „Spielerisch war das nicht optimal, aber wir haben in jeder Sekunde gefightet“, so der als Rechtsverteidiger aufgebotene Holger Fuchs. Er war es gewesen, der auf dem nach Regengüssen klitschnassen Rasen die ersten Akzente setzte – offensiv wie defensiv: Zunächst ließ die Neckarelzer Hintermannschaft ihn nach zwölf Minuten unbedrängt flanken und Metin Telle köpfen. Doch dessen Ball landete über dem Tor. Auch bei der ersten Großchance der Spielvereinigung stand Fuchs im Fokus: Der 21-Jährige vertändelte den Ball an Ugur Beyazal. Dessen Schuss konnte aber Keeper Rausch entschärfen (19. Minute). Nach 30 Minuten wäre aber auch er machtlos gewesen: Ein Kopfball von Jonas Kiermeier krachte ans Lattenkreuz.

Vorsichtig in der Verlängerung

Ansonsten bestimmten in Halbzeit eins viele Zweikämpfe, Fouls und hitzige Wortgefechte das in schwüler Luft ausgetragene Finale. Erst nach Wiederanpfiff versuchte Nöttingen verstärkt, das Kommando zu übernehmen. Die daraus resultierenden Chancen – etwa ein Fallrückzieher Marcel Rapps (58.) und ein Schuss von Mario Bilger (69.) – blieben aber ohne Erfolg. Auf der anderen Seite war der Neckarelzer Angriff bei flinken Kontern ein ständiger Unruheherd: Einen Spannstoß von Beyazal lenkte Timo Brenner in höchster Not übers Tor (65.) und kurz vor Schluss rettete Rausch im Eins gegen Eins gegen Heiko Throm (85.).

Mit 0:0 ging es in die Verlängerung, wo beide Teams vorsichtiger wurden. Nöttingen wie Neckarelz zitterten dem Elfmeterschießen entgegen – wo sich nur der FCN als treffsicher erwies: Riccardo Di Piazza rechts unten, Fuchs mittig oben, Timo Brenner links unten und Bilger rechts unten: Alle ließen dem Neckarelzer Torwart Florian Hickel keine Chance. Den Elfmetertöter in sich entdeckte dagegen sein Gegenüber, obwohl der FCN kein Elfmeterschießen geübt hatte: Die Schüsse von Heiko Throm und Christian Haas wehrte Rausch erfolgreich ab. „Es ist eine super Sache, wenn man an einem solchen Erfolg beteiligt ist“, so der Held des Abends, der auch die mit dem Pokalsieg verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal im Kopf hatte: „Wenn wir jetzt den FC Bayern zugelost kriegen, würde ich nicht nein sagen.“

Leserkommentare (0)