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Nach dem Derbysieg feierten die Nöttinger Spieler ausgelassen. Foto: Rippberger
10.09.2017

Nach dem Derby: FC Nöttingen im Glück – CfR Pforzheim gefrustet

Die Kulisse stimmte, die äußeren Bedingungen auch, doch was die 1960 Zuschauer am Freitagabend im Oberliga-Derby zwischen dem 1. CfR Pforzheim und dem FC Nöttingen geboten bekamen, war alles andere als ein Fußball-Leckerbissen.

Glücklich waren nur die Nöttinger Anhänger, ihr Team festigte mit dem 1:0-Sieg die Tabellenführung, während sich einige CfR-Fans auf der Tribüne schon mit dem Abstiegskampf auseinandersetzten. Die fünf Lehren aus dem Derby:

CfR bringt sich selbst in Schwierigkeiten.

Beim 2:7 gegen Balingen zwei Patzer von Torhüter Manuel Salz und Joao Tardelli. Gegen Nöttingen nun eine verunglückte Kopfball-Rückgabe von Robert Stark zu Manuel Salz, die FCN-Stürmer Ernesto de Santis zum Siegtreffer nutzte. Der CfR muss so schnell wie möglich diese individuellen Fehler abstellen. Gründe dafür hat CfR-Coach Adis Herceg keine. Auch Stürmer Dominik Salz nicht. Er schüttelt nur den Kopf: „Solche Gegentore wie in dieser Saison sind ja der Wahnsinn. In vier Spielen mussten wir immer einem Rückstand hinterherlaufen, das muss aufhören.“

Die Koblenzer Neuzugänge Julian Grupp, Robert Stark, Nico Charrier oder auch Akiyoshi Saito erweisen sich noch nicht als Verstärkungen.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen dauert es natürlich, bis sich eine neue Mannschaft einspielt. Zum anderen hat der ein oder andere Spieler aber auch mit Schwierigkeiten außerhalb des Platzes zu kämpfen. Stichwort: Wohnungssuche. „Da kann es schon mal vorkommen, dass der Kopf nicht zu hundert Prozent beim Fußball ist“, meint Dominik Salz. Hoffnung für mehr Stabilität in der Defensive verspricht man sich von Eldin Hadzic. Der fünfte Koblenzer Neuzugang ist nach seiner Verletzung wieder ins Training eingestiegen, braucht aber auch noch ein paar Wochen, um vollkommen fit zu sein.

Bildergalerie: Derby: Nöttingen besiegt den 1. CfR Pforzheim im Holzhof

Dem CfR steht eine ganz schwere Runde bevor.

Wenn er nicht bald punktet! „Willkommen im Abstiegskampf“, meinte ein CfR-Anhänger auf der Tribüne nach dem Derby. Allzu schwarz sieht Adis Herceg die Zukunft nicht. „Klar, bin ich als Trainer jetzt auch gefordert, doch was wir brauchen, ist ein Befreiungsschlag. Am besten im nächsten Spiel.“ Am Sonntag geht’s zum Tabellenneunten Karlsruher SC II, der mit drei Siegen und drei Niederlagen in die Saison gestartet ist.

Um den FC Nöttingen muss man sich keine Sorgen machen.

Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften, heißt eine doch so schöne Fußballweisheit. Mit Ernesto de Santis haben die Nöttinger den derzeit besten Stürmer der Oberliga (sieben Saisontore) in ihren Reihen und mit nur sechs Gegentoren überzeugt auch die Defensive. Im Derby konnte man erneut den Ausfall von Holger Fuchs in der Innenverteidigung gut kompensieren. Niklas Kolbe und Sascha Walter ließen Dominik Salz nicht zur Entfaltung kommen. Wer zu Null spielt, hat schon mal einen Punkt. Der FCN hat mittlerweile 15.

Der Weg zur Meisterschaft geht nur über den FC Nöttingen.

Auch im Derby merkte man der Mannschaft von Dubravko Kolinger an, dass sie trotz eines kleinen Umbruchs im Sommer schon super eingespielt ist: abgeklärt, ruhig, kontrolliert. Heraus stach dabei Timo Brenner. Die Präsenz und Erfahrung des Kapitäns auf der Sechserposition ist gewaltig. Spielt Nöttingen weiter so konstant, wird es schwer sein, den Lilahemden die Meisterschaft streitig zu machen. „Bisher macht die Mannschaft das sehr gut“, meint Coach Kolinger. Gleichzeitig warnt er aber: „Es werden auch Rückschläge kommen.“