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Chancen über Chancen: Vor allem Michael Schürg (links) scheiterte mehrfach an CfR-Keeper Manuel Salz. Foto: Hennrich
Chancen über Chancen: Vor allem Michael Schürg (links) scheiterte mehrfach an CfR-Keeper Manuel Salz. Foto: Hennrich
12.10.2015

Nach dem Derby muss FC Nöttingen im Pokal antreten

Nach dem denkwürdigen Oberliga-Derby muss der FC Nöttingen gleich wieder im badischen Pokal ran. Trainer Michael Wittwer will einigen Spielern eine kleine Verschnaufpause gönnen.

Spektakuläre Spiele erlebt der FC Nöttingen nicht gerade selten. Sechsmal infolge (2010 bis 2015) stand die Mannschaft im badischen Pokalfinale, dreimal (2012, 2013, 2015) qualifizierte man sich für den DFB-Pokal. Dazwischen erlebte der 1957 gegründete Verein den Aufstieg in die Regionalliga (2014) und den unglücklichen Wiederabstieg.

Die Krönung in der Vereinsgeschichte war im August dieses Jahres das Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Doch das Derby gegen den 1. CfR Pforzheim am vergangenen Freitag wird in der Historie der Lilahemden sicher auch einen besonderen Platz einnehmen.

Thorben Schmidt, der seit 2009 im Verein ist und alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat, sagte nach der Partie gegen den CfR, die nach einer spektakulären Torfolge 4:4 endete: „Es war vielleicht das verrückteste Spiel, das ich jemals mitgemacht habe.“

Ähnlich sieht das sein Trainer Michael Wittwer, der als Profi beim Karlsruher SC auch allerhand erlebt hat. Man denke nur an das 7:0 im Uefa-Pokal gegen den FC Valencia am 3. November 1993. Doch auch Wittwer meinte unmittelbar nach der Partie: „So ein Spiel wird man in Nöttingen in den nächsten 10, 15 Jahren wahrscheinlich nicht mehr sehen.“ Mit dem Ergebnis von 4:4 kann Wittwer leben, auch wenn sein Team in der Schlussphase beste Siegchancen im Minutentakt vergab.

Viel Zeit, durchzuatmen, gibt es für den Oberligisten nicht: Es geht Schlag auf Schlag für die Nöttinger. Schon am morgigen Mittwoch muss der Titelverteidiger im badischen Pokal-Viertelfinale beim Landesligisten VfB St. Leon antreten (19.00 Uhr).

Thorben Schmidt, der seit dem Pokalspiel gegen die Bayern fast immer in der Startelf stand, wird dabei wohl ebenso eine Verschnaufpause erhalten wie einige seiner Teamkollegen, die seit Monaten durchspielen. Zu den Kandidaten zählen Mario Bilger oder auch Michael Schürg. Dafür sollen Spieler wie Moritz Bischoff, die zuletzt nicht so zum Zuge kamen, wieder einmal von Beginn an eine Chance erhalten.

Natürlich ist der FC Nöttingen Favorit in St. Leon (6. in der Landesliga Rhein/Neckar) – auch wenn Michael Wittwer einige Stammspieler schonen wird. Im BFV-Pokal-Halbfinale warten dann die richtig harten Brocken. SV Waldhof, FC Walldorf, SV Spielberg oder die SpVgg Neckarelz sind mögliche Hürden auf dem Weg ins nächste Pokalfinale.