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Leben mit hohen Erwartungen: Hannovers Trainer Andre Breitenreiter (links) und Stuttgarts Hannes Wolf. Foto: Steffen
Leben mit hohen Erwartungen: Hannovers Trainer Andre Breitenreiter (links) und Stuttgarts Hannes Wolf. Foto: Steffen
17.08.2017

Nach direkter Bundesliga-Rückkehr sehen sich Stuttgart und Hannover als künftige Europapokal-Starter

Stuttgart. Der schwache Auftakt im DFB-Pokal hat bei Michael Reschke seine Spuren hinterlassen, auch dem Ligaalltag schaut der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart deshalb mit Sorgen entgegen. „Das Spiel spricht für sich. Es wird ein hartes Ringen kommende Saison, in der Bundesliga zu bleiben“, sagte er nach dem glücklichen Pokalsieg des Aufsteigers im Elfmeterschießen beim Fußball-Regionalligisten Energie Cottbus. Die Partie zeigte noch mal schonungslos die Schwachstellen im VfB-Kader auf.

Zwar haben die Stuttgarter unter anderem den Weltmeister-Torwart Ron-Robert Zieler geholt, suchen aber nach weiteren Verstärkungen für die wackelige Defensive. Dennoch soll der Kampf um den Klassenerhalt nur kurzfristig ein Thema sein. Auf mittlere Sicht hat der fünffache deutsche Meister, der am Samstag bei Hertha BSC startet, weit höhere Ziele und gleicht darin dem Mitrückkehrer Hannover 96. Kaum der zweiten Liga entkommen, träumen beide schon von Europa.

So verkündete der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich kurz nach dem Wiederaufstieg, dass er den VfB binnen vier Jahren im oberen Tabellendrittel der Bundesliga etablieren will – möglichst als Nummer drei hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Champions League statt Abstiegskampf lautet also das Motto.

Solche Aussagen zeigen, warum die Erstliga-Konkurrenz den VfB und 96 nicht als typische Aufsteiger betrachtet – anders als Clubs wie früher Darmstadt 98, Eintracht Braunschweig oder den SC Paderborn, die nach dem Aufstieg automatisch zu den Abstiegskandidaten zählten. Auch der einstige Europa-League-Starter Hannover sieht das eine Jahr in der zweiten Liga mehr als einen Betriebsunfall und will bald wieder europäisch spielen. Zwar will auch 96 erst mal nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, dennoch machte Manager Horst Heldt in der „Sport Bild“ klar, dass Europa ein ambitioniertes, „aber kein unmögliches“ Ziel sei.

Das Selbstverständnis dieser Traditionsclubs paart sich mit relativ hohen Personaletats. Der VfB Stuttgart plant mit rund 45 Millionen Euro, 96 mit etwa 40 Millionen. Zum Vergleich: Darmstadt hatte in der vergangenen Saison nur gut die Hälfte zur Verfügung. Stuttgart erwartet nach der Ausgliederung seiner Profiabteilung in eine AG außerdem Einnahmen von Investoren von bis zu 100 Millionen Euro, vergangene Saison stellten sie mit 50 700 Fans pro Heimspiel zudem einen Zweitliga-Rekord auf. Kein Wunder, dass die Erwartungen sehr hoch sind.