nach oben
Lange Zeit stand die Pforzheimer Abwehr mit (von links) Nils Brandt, Adrian Enders und Spielertrainer Andrej Klimovets gut, dann aber hatten die Gäste aus Großsachsen (Jan Triebskorn am Ball) mehr zuzusetzen.
Lange Zeit stand die Pforzheimer Abwehr mit (von links) Nils Brandt, Adrian Enders und Spielertrainer Andrej Klimovets gut, dann aber hatten die Gäste aus Großsachsen (Jan Triebskorn am Ball) mehr zuzusetzen.
14.02.2016

Nach langer Führung: TGS Pforzheim gibt gegen Großsachsen Spiel aus der Hand

Pforzheim. Es läuft noch nicht rund für die TGS Pforzheim im neuen Jahr. Vor allem bei den Heimspielen in der Bertha-Benz-Halle tut sich der Handball-Drittligist mit seinem von Verletzungen geschwächten Team schwer. Das wirkte sich auch im Duell mit dem TV Germania Großsachsen aus. Bis zur 45. Minute war die Welt der Gastgeber noch in Ordnung und das Team steuerte beim Stand von 23:17 einem Sieg entgegen. Doch das dicke Ende folgte: Die TGS-Werfer verloren total den Faden. Am Ende stand es deshalb 28:31.

Während der Gegner aus der Kurpfalz sein Husarenstück mit einem Hüpfkreisel feierte, kauerten die Pforzheimer mit hängenden Köpfen am Spielfeldrand. „Es sind drei Dinge schiefgelaufen“, ärgerte sich Florian Taafel, dessen elf Treffer letztlich auch nicht helfen konnten. „In der Abwehr waren wir im Endspurt zu passiv, im Angriff haben wir zu viele leichte Fehler gemacht und die mentale Stärke hintenraus hat gefehlt“, legte der TGS-Torjäger den Finger in die Wunde.

Dass die Enttäuschung mit Händen zu greifen war, lag an der durchgängig starken Pforzheimer Leistung in der ersten Dreiviertelstunde. Ab dem 3:2 durch einen Siebenmeter von Taafel hatte die TGS das Spiel im Griff. An der von Trainer Andrej Klimovets gut organisierten 6:0-Abwehr bissen sich die Großsachsener Werfer zunächst die Zähne aus. Außerdem glänzte Torhüter Jonathan Binder mit etlichen Paraden, die Passfehler des Gegners wurden bestraft. Im Rückraum sorgten Filip Prsa, (vier Treffer vor der Pause) und Florian Taafel für den nötigen Druck. Nach 20 Minuten stand es 11:4 zur Pause immerhin noch 15:11. Auch den kleinen Durchhänger nach der Pause verkraftete das TGS-Team und fand mit dem 19:15 durch Hagen Körner per Tempogegenstoß wieder in die Spur. Dabei war der Pforzheimer Linksaußen von Goali Patrick Jahnke allerdings rüde angegangen worden. Jahnke sah Rot, ebenso sein Mitspieler Benjamin Hundt kurze Zeit später (dritte Zeitstrafe).

Das brachte Unruhe ins Spiel. Daraus entwickelte sich eine Trotzreaktion der Gäste, die auch noch von zahlreichen Pforzheimer Leichtsinnsfehlern profitierten. „Wir waren auf einmal zu mutlos im Abschluss und haben das Ergebnis nur noch verwaltet“, monierte Florian Taafel.

Nach dem 23:17 schrumpfte der Vorsprung stetig. Philipp Schulz (7 Treffer), Jan Triebskorn (6) und Kreisläufer Philipp Ulrich (4) drehten die Partie. In der 50. Minute markierte TVG-Spielmacher Jonas Gunst das 23:23. Kraft und Konzentration gerade der jüngeren TGS-Handballer erschöpften sich in der Drucksituation. „Trotzdem hat unsere Mannschaft bis zum Schluss gekämpft“, hob TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel positiv hervor. „Wenn man aber so klar geführt hat, tut dieses Ergebnis doppelt weh.“

TGS Pforzheim: Binder, Sdunek – F. Rost 2, Körner 5, J. Rost, Taafel 11/4, Kikillus, Miro Gea 2, Sruk 3, Enders, Klimovets, Prsa 4, Dykta 1, Brandt.