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09.08.2015

Nah dran an den Stars beim DFB-Pokalspiel: Nervöse Kinder, nervöse Profis

Der große Auftritt von Tim Brosi und seinen Fußball-Freunden dauerte exakt 57 Sekunden – und doch wird er ihnen lange in Erinnerung bleiben: Sie waren Einlauf- und Balljungen im Pokalspiel des FCN gegen den großen FC Bayern München. Auf den Rasen laufen, winken zur Haupttribüne, winken zur Gegengerade, dann ein Sprint zurück in den Spielertunnel. „Das fühlte sich echt gut an“, freute sich der C2-Jugendspieler, der Hand in Hand mit Philipp Lahm aufs Feld kam.

Als Balljungen waren die C1-Junioren des Fußball-Oberligisten rekrutiert wurden, die Einlaufkinder waren jünger: „Aus jeder Jugend von den F- bis zu den letztjährigen D-Junioren wurde jemand ausgewählt, keine Jugend sollte bevorzugt werden“, erklärte Ingo Bahnmaier, einer der Betreuer. Die Nachwuchskicker seien auch nach ihrer Größe ausgesucht worden – was freilich nichts daran änderte, dass Rafinhas Pendant den 1,71 Meter kleinen Brasilianer fast überragte. Zwischen zehn und 13 Jahren waren die meisten alt. Ein Alter, in dem Angst schnell als uncool gilt. Und doch verrieten hinterher alle: Ein bisschen nervös waren sie schon.

Die Belohnung fürs Einlaufen waren Autogramme: „Vidal und Bernat haben unterschrieben“, sagt David Benz und zeigt sein einstmals weißes T-Shirt hervor, „und auch ein Nöttinger.“ Wer dieser FCN-Spieler, mit dem er auch auf den Platz lief war, weiß er nicht mehr.

Da hatte es Tim Brosi einfacher – auch wenn er vorerst ohne Autogramm auskommen musste: „Lahm hat gesagt, dass ich nach dem Spiel eins bekomme“, sagt er nach dem Einlaufen. „Als er ihn gefragt hat, war der aber auch schon im Tunnel“, erklärt ein Betreuer – und meint das doppeldeutig: Lahm war zum einen im Spielertunnel, zum anderen auch psychisch bereits „im Tunnel“ und voll konzentriert. Schließlich hat Tim beobachtet: „Der Lahm war auch nervös.“