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Letzte Amtshandlung: Spielertrainer Dejan Svjetlanovic (hinten Mitte) schwört seine Mannschaft auf die Verlängerung gegen Neckarelz ein. Foto: Ripberger
Letzte Amtshandlung: Spielertrainer Dejan Svjetlanovic (hinten Mitte) schwört seine Mannschaft auf die Verlängerung gegen Neckarelz ein. Foto: Ripberger
Steffen Domes ist der neue Sportliche Leiter beim TuS Bilfingen. Foto: PZ-Archiv
Steffen Domes ist der neue Sportliche Leiter beim TuS Bilfingen. Foto: PZ-Archiv
17.06.2019

Neuaufbau in der Landesliga: Der TuS Bilfingen muss Lücken von sechs Spielern schließen

Kämpfelbach-Bilfingen. Man kann nicht sagen, der TuS Bilfingen habe nicht alles getan, um in der Verbandsliga zu bleiben. 43 Punkte in der regulären Saison sind ja keine schlechte Ausbeute.

Dennoch musste das Team am Ende in die Relegation, gewann da auch das erste Spiel gegen den VfL Neckarau mit 1:0. Dann aber hatte der TuS sein Pulver verschossen. Im entscheidenden Relegationsspiel zog die Mannschaft von Spielertrainer Dejan Svjetlanovic mit 2:4 nach Verlängerung den Kürzeren.

Dabei hatte Bilfingen bis kurz vor Schluss mit 2:1 geführt. Doch als die starken Neckarelzer kurz vor Spielende ausglichen, war es um den TuS geschehen. Das Team aus dem Neckar-Odenwald-Kreis legte in der Zusatzspielzeit noch zwei Tore nach und steigt in die Verbandsliga auf, verdient, wie man auch beim unterlegenen Gegner einräumt.

Der TuS Bilfingen hingegen muss in die Landesliga zurück und dort einen Neuaufbau in Angriff nehmen. Das wird ohne Dejan Svjetlanovic passieren, der nach sechs Jahren auf dem Schalkenberg seinen Abschied bekanntgegeben hat. Auch einige Spieler wie Sascha Mörgenthaler, Maxim Kohlmann, Robin Müller, David Stojic sowie die Brüder Danijel und Robin Bozic werden den Club verlassen. Die Möglichkeit, sie zu verabschieden, bietet ein gemeinsames Grillfest am Dienstag, bei dem es auch darum geht, trotz des Abstiegs „mit positiver Stimmung“ in die Sommerpause zu gehen, wie Hans-Peter Best vom TuS-Förderverein verrät.

Lange in Nußbaum aktiv

Die Planung für die neue Saison liegt nun vorwiegend in den Händen von Marco Thürer und Steffen Domes. Der 41-jährige Thürer wurde schon vor zehn Tagen als neuer TuS-Trainer präsentiert. Unterstützt wird er von Steffen Domes, den der Verein aus Bilfingen jetzt als neuen Sportlichen Leiter präsentierte. Der 56-Jährige ist in der Region kein Unbekannter. Domes stammt aus Bretten, war zunächst Spieler beim Karlsruher SC und in Eppingen. Von Mitte der 80er bis weit in die 90er-Jahre hinein als Spieler und Trainer beim FC Nußbaum aktiv.

Später trainierte Domes die Mannschaften aus Flehingen und Wössingen, stieg mit dem FC Heidelsheim in die Verbandsliga auf – sein Abwehrchef dabei war der Ex-Nöttinger Jens Helfrich, der zuletzt viele Jahre das Bilfinger Trikot trug. Letzte Trainerstation war dann Phönix Lomersheim. Dort reichte Domes seinen Abschied wegen einer Augenerkrankung ein – ein Problem, das ihn bis heute verfolgt und das ihn nach eigenen Angaben davon abhält, noch einmal auf die Trainerbank zurückzukehren.

„Bestens vernetzt“

In Bilfingen soll Domes nun zu allererst Joachim Kleiner entlasten. Der Sportvorstand hatte lange auch die Aufgaben des Sportlichen Leiters übernommen. Diesen Bereich gibt er nun ab. „Durch seine langjährige Trainertätigkeit ist Domes in den Kreisen Bruchsal, Pforzheim und Karlsruhe bestens vernetzt. Er verfügt nicht nur sportlich über viel Erfahrung, sondern auch in der Spielanalytik“, heißt es in einer Pressemitteilung des TuS Bilfingen.

Der neue Mann auf dem Schalkenberg weiß, dass seine Aufgabe nicht einfach wird, auch wenn Spieler wie Bünyamin Karagöz, Rico Reichenbacher, Murat Ertugrul, Benjamin Krause und Oguzhan Celebi ein Gerüst bilden, um das herum sich eine schlagkräftige Mannschaft bilden lässt. 14 Feldspieler und drei Torhüter umfasst der Kader aktuell, Ergänzungen werden nun „händeringend gesucht“, wie Domes sagt. Durch die Relegation kann der TuS erst sehr spät die endgültige Planung in Angriff nehmen. Da sei durchaus „Druck auf dem Kessel“, weil sich der Markt schon weitgehend verlaufen habe.

„Jung, schnell, talentiert, dribbelstark und am besten aus der Region“, skizziert Domes das ideale Profil eines Neuzugangs. Der neue Trainer sei für die Suche nach diesen Spielern genau der richtige Mann, denn Marco Thürer hat in den vergangenen Jahren auch und gerade als Juniorentrainer bei größeren Clubs wie Offenbach, Kaiserslautern und Sandhausen gearbeitet.

Ein Gutes aber hat der Abstieg am Ende auch. „Wir freuen uns auf viele Derbys in der Landesliga“, sagt Hans-Peter-Best. Schließlich stellt der Fußballkreis Pforzheim künftig sieben der 16 Teams in der Landesliga Mittelbaden.